Spendenaufruf

Der BUND Saar unterstützt die Bürgerinitiative "Hanni bleibt" mit einer Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan "Nördlich Stuhlsatzenhaus" in Saarbrücken und hat auch schon einen Teilerfolg erzielt.
Die Bürgerinitiative "Hanni bleibt" hat dem geplanten Kahlschlag im Saarland einen kräftigen Riegel vorgeschoben. Mit einem Eilantrag vor dem Oberverwaltungsgericht Saarlouis haben die Waldschützer:innen den Bebauungsplan Nr. 139.02.00 "Nördlich Stuhlsatzenhaus" zu Fall gebracht. Das Gericht setzte den Bebauungsplan, der am 19. März 2024 als Satzung beschlossen wurde, vorläufig außer Vollzug.
Diese Entscheidung gilt bis zur rechtskräftigen Entscheidung des Senats über die eingereichte Normenkontrollklage. Was bedeutet, dass vorerst keine Maßnahmen auf Grundlage dieses Bebauungsplans durchgeführt werden dürfen.

Um diesen Rechtsstreit erfolgreich weiter zu führen werden dringend weitere Spenden benötigt, weil der BUND Saar die dafür notwendigen Anwaltskosten nicht allein tragen kann.

Wir bitten daher um weitere Spenden auf das Spendenkonto des BUND Saar

IBAN DE32 5905 0101 0067 0721 32
Verwendungszweck: Hanni bleibt

Wenn Sie eine Spendenbescheinigung wünschen, können Sie dies auf dem Überweisungsformular angeben oder unsere Geschäftsstelle in Saarbrücken informieren.

 

Gründung der BUND-Regionalgruppe Mittleres Illtal

Foto: Andreas Engel

Am Montag, 06.10.2025, hat sich in Illingen die BUND-Regionalgruppe Mittleres Illtal gegründet. Der Vorstand setzt sich aus sieben BUND-Mitgliedern aus Merchweiler, Wemmetsweiler, Wustweiler (Illingen) und Stennweiler (Schiffweiler) zusammen. Die Gründung erfolgte aus der Initiative der BUND-Ortsgruppe Merchweiler heraus, die gerade bei den Themen Wald und Wasser gemeindeübergreifende Interessen feststellte und mit einem größeren Einzugsgebiet auf mehr aktive Unterstützung bei den Themen Naturschutz und Klimaschutz hofft. Das Thema Vernetzung mit anderen Umweltverbänden und Initiativen war ebenfalls ein wichtiger Aspekt. Im Austausch vor der Vorstandswahl kam unter anderem zum Ausdruck, dass diese Themen gerade sehr unpopulär in den Gemeindeverwaltungen sind und die Arbeit des BUND umso schwieriger machen. Aufklärung ist hier sehr wichtig, denn der Irrtum der Gemeinden liegt oft darin, dass sie kurzfristig betrachtet Investitionen in Natur-und Klimaschutz als „zu teuer“ verwerfen, aber langfristig die enormen Ersparnisse nicht mit berücksichtigen. Wie beim Thema Wald klargestellt wurde, ist Naturschutz sehr wichtig, aber auch die Waldbewirtschaftung sollte mitgedacht werden. Denn wir brauchen nachhaltig erwirtschaftetes Holz aus der Region, um nicht echte Urwälder abholzen zu müssen, weil der „Urwald vor den Toren der Stadt“ erweitert werden soll. Wichtig ist dabei, dass das Prozessschutzrevier Quierschied erhalten bleibt und auch weiter besonders nachhaltig bewirtschaftet wird. 

Sie erreichen die Regionalgruppe unter: rg.Illtal(at)bund-saar.de.

Nachbericht zur "Müllsammelaktion" an der Blies

Foto: Manfred Lauer

Der Einladung der BUND-Regionalgruppe Bliesgau und des Biosphärenzweckverbandes zur Müllsammelaktion an der Blies sind rund 50 engagierte Menschen gefolgt – besonders erfreulich war die große Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Frühe Umweltsensibilisierung ist entscheidend: Sie fördert Respekt, Empathie und Verantwortungsbewusstsein für unsere Natur.

Bei optimalem Wetter und bester Stimmung führte die Sammelaktion vom Bliesbergerhof in Limbach bis zur Fischerhütte in Beeden. Dabei wurden nicht nur die Wege entlang der Blies, sondern auch Querpfade und Sackgassen einbezogen. Gesammelt wurde in sensiblen Schutzgebieten – daher war eine Genehmigung des Umweltministeriums erforderlich, und die Aktion fand bewusst außerhalb der Brut- und Setzzeit statt.

Begleitet wurde die Aktion fachlich von Patric Heintz, Ranger der Naturwacht Saarland, der spannende Einblicke in Natur- und Artenschutz gab. Ergänzt wurde dies durch Hardy Welker (BUND / NABU), der seine Expertise zur Gewässerqualität und zu geschützten Arten wie dem Fischotter einbrachte.

Auch wenn die Stimmung durchweg positiv war, blieb der Anlass ein trauriger: Das Ausmaß der illegal entsorgten Abfälle war erschreckend. Gesammelt wurden unter anderem große Mengen Plastik, Baumhüllen (die eigentlich von den Eigentümer*innen zu entsorgen wären), Glas, Papier, sogar Klopapier, Autoreifen, Bauschutt, Knochenfunde und skurrile Einzelstücke wie ein Gebiss. Teilweise waren die Müllsäcke so schwer, dass sie am Wegrand zurückgelassen werden mussten. Alles Transportfähige wurde zur Fischerhütte gebracht und dort in einem bereitgestellten Container entsorgt.

Ein herzlicher Dank gilt dem Baubetriebshof für das Bereitstellen des Containers, die Abholung des gesammelten Mülls sowie die zur Verfügung gestellten Utensilien.
Die Aktion war hervorragend organisiert durch den Biosphärenzweckverband, die Naturwacht und die Regionalgruppe Bliesgau. 

Vielen Dank an alle Helferinnen und Helfer – Euer Einsatz macht einen echten Unterschied.

Eine Wiederholung folgt!

Nächste Aktion:

Picobello-Aktion
21. März, 10:00 Uhr
Treffpunkt: Jägerhausstraße 73 (Pfalzwerke), Homburg-Beeden

 

 

Biber-Petition gestartet!

Foto: (Martin Ostheimer)

Der BUND Baden-Württemberg hat  gemeinsam mit dem NABU eine Landtags-Petition „Stoppt das geplante Biber-Töten“ gestartet. Jetzt werden so schnell wie möglich 10.000 Unterstützer*innen. Bitte unterzeichnen und verbreiten Sie diese Petition. 

https://www.bund-bawue.de/biberpetition

Um was es genau geht, erfahren Sie in unserem Aufruf. Sie könnt diese Information gerne allen tierlieben Menschen weiterleiten. Es kann nämlich wirklich jede und jeder die Petition ganz einfach digital unterzeichnen. Egal wie alt, ob wahlberechtigt oder wo man wohnt.  Also machen Sie mit!

Aufruf: Schützen statt Töten! 

Wie kein anderes Tier gestaltet der Biber die Landschaft nachhaltig und natürlich um. Dadurch schafft er für viele Pflanzen und Tiere neue Lebensräume.

Doch durch eine neue Biber-Verordnung der Landesregierung Baden-Württemberg kann der fleißige Baumeister dort einfacher getötet werden. Sie erlaubt künftig, die Tiere per „Allgemeinverfügung“ abzuschießen, das heißt ohne einzelne artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung in ganzen Gewässer- oder Straßenabschnitten. Das ist ein massiver Rückschritt für den Natur-, Arten- und Klimaschutz. Damit löst die Politik keine Probleme, sondern schafft neue.

Deshalb hat der BUND Baden-Württemberg zusammen mit dem NABU BaWü eine Petition unter dem Titel “Stoppt das geplante Biber-Töten” gestartet. Die Forderungen an die Landesregierung sind: Die Verordnung zurückziehen und stattdessen das bewährte Biber-Management stärken. Unterstützen Sie uns für nachhaltige Lösungen statt sinnlosem Biber-Töten.

https://www.bund-bawue.de/biberpetition

Töten ist keine Lösung

Der Biber ist aus gutem Grund streng geschützt. Er ist eine Schlüsselart: Seine Dämme schaffen Lebensräume für unzählige Arten, halten Wasser in der Landschaft, lassen Feuchtgebiete entstehen und so zum Klimaschutz bei. 

Trotzdem setzt die neue Verordnung auf das Töten von Bibern. Das Problem: Abschüsse lösen keine Konflikte. Freie Reviere werden schnell neu besetzt und die Abschüsse werden zur Daueraufgabe. Das zeigen Erfahrungen aus Bayern. 

Die Forderung an die Landesregierung ist klar: Stoppt das geplante Biber-Töten!
Stärkt stattdessen das etablierte Biber-Management, gebt Flüssen und Auen wieder Raum und erkennt den Biber als das an, was er ist: ein unverzichtbarer Verbündeter im Kampf gegen Artensterben und Klimakrise.

Bitte unterschreiben Sie die Petition und setzen Sie ein starkes Zeichen für den Schutz der Biber in Baden-Württemberg!

https://www.bund-bawue.de/biberpetition

Jede Stimme zählt. 

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

 

 

Die Rückkehr des Fischotters – ein Update (Stand 24.02.26)!

Foto: Volker Dienemann

Im vergangenen Winter sorgte er für Begeisterung: Gleich 37-mal tappte der Fischotter während der Ranzzeit bis Ende Februar vor unsere Kameras. In diesem Jahr sind es an denselben Standorten bislang nur fünf Nachweise. Eine Entwicklung, die auf den ersten Blick beunruhigt – auf den zweiten jedoch typisch für die Dynamik der Natur ist.

Warum schwanken die Nachweise?

Der Fischotter ist ein Wanderer zwischen den Welten – und vor allem ein Feinschmecker. Wo es ausreichend Nahrung gibt, dort bleibt er. Wo das Nahrungsangebot schwankt, zieht er weiter. Zwar hat sich der ökologische Zustand vieler Gewässer verbessert, doch vom Ideal sind wir noch entfernt. Gerade Fische als Hauptbeute reagieren sensibel auf Umweltveränderungen – und mit ihnen der Otter.

Hinzu kommt der derzeit vielerorts hohe Wasserstand, besonders an der Blies. Überflutete Uferzonen, veränderte Strukturen und unzugängliche Verstecke können dazu führen, dass der Otter kurzfristig auf andere Gewässer ausweicht. Solche Bewegungen sind normal – und Ausdruck eines anpassungsfähigen Wildtiers.

Der Otter ist da – auch wenn wir ihn nicht immer sehen

Trotz der geringeren Kameranachweise gibt es keinen Anlass zur Entwarnung: Der Fischotter ist im Saarland heimisch. Hinweise aus anderen Regionen bestätigen das. Mehrere Kotfunde („Losungen“) werden derzeit genetisch untersucht. Die DNA-Analysen beim Senckenberg-Institut sollen klären, welche Tiere sich wo aufhalten – und ob es sich um bekannte oder neue Individuen handelt.

Besonders vielversprechend erscheinen Gewässer wie Oster, Theel und Ill sowie die Altarme der Saar. Erste zaghafte Hinweise liegen vor, und Fachleute des Umweltministeriums prüfen diese Bereiche nun genauer.

Mitmachen beim Ottermonitoring

Um ein klareres Bild zu gewinnen, braucht es viele wache Augen. Das Zentrum für Biodokumentation (ZfB) sucht daher engagierte Ehrenamtliche für das Ottermonitoring. Wer Freude an Naturbeobachtung hat, kann einen wertvollen Beitrag leisten. Je dichter das Netz an Beobachtenden, desto besser lassen sich Wanderbewegungen nachvollziehen.

Grenzenlos unterwegs – der Otter verbindet

Wie dynamisch sich die Population entwickelt, zeigte auch das erste internationale Ottermeeting am 9. Februar. Fachleute aus der Schweiz, Belgien, den Niederlanden, Frankreich und Deutschland tauschten sich über aktuelle Erkenntnisse aus. Ein zentrales Thema: Die sogenannte „Otterlücke“ – ein lange als unbesiedelt geltender Raum zwischen Deutschland und Frankreich – schließt sich zunehmend.

Das Treffen markierte zugleich den Auftakt für das geplante Kompetenzzentrum Fischotter im Saarland. Ziel ist ein grenzüberschreitender Austausch von Daten, Studien und Erfahrungen. Denn eines ist klar: Der Otter kennt keine Landesgrenzen. In einer gemeinsamen Cloud werden bereits wissenschaftliche Unterlagen gesammelt, um Wissen zu bündeln und allen Beteiligten zugänglich zu machen.

Ein stiller Rückkehrer mit Zukunft

Auch wenn sich der Fischotter derzeit etwas rarmacht, spricht vieles dafür, dass er im Saarland fest etabliert ist – vielleicht sogar schon länger, als wir annehmen. Seine Rückkehr ist kein geradliniger Prozess, sondern ein lebendiges Wechselspiel aus Angebot, Anpassung und Ausbreitung.

Der Otter ist unterwegs. Und mit jedem Hinweis, jeder Probe und jeder Beobachtung kommen wir ihm ein Stück näher.

(Autor: Hardy Welker)

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