Nutria - eine invasive Art

Foto: Meike Tatay

Die ursprünglich aus Amerika stammenden Nutria (Myocastor Copyus) ist eine in Deutschland seit einigen Jahren etablierte Nagerart. Die auch „Sumpfbiber“ genannten Tiere wurden ab dem späten 19. Jahrhundert in Deutschland zur Pelz und Fleischgewinnung als Farmtiere gehalten. Diese wurde jedoch spätestens ab den 1990ern unwirtschaftlich, nachdem keine Nachfrage nach Nutriafell und –fleisch mehr bestand.

Die gezielte Freisetzung unbrauchbarer Tiere und das ungewollte Entkommen von einzelnen Farmtieren begünstigte die Etablierung der Nager in Wildpopulationen. Durch die hohe Reproduktionsrate der Nutria wuchsen die Populationen schnell an und verbreiteten sich bis heute in die meisten Flusseinzugsgebiete Deutschlands.

Auch im Saarland ist die invasive und gebietsfremde Art inzwischen weitläufig anzutreffen.  Unter anderem kann man sie am Teich bei Schloss Buseck in Eppelborn und am Ommersheimer Weiher beobachten. Jedoch leben sie auch an den meisten Fließgewässern wie der Saar oder der Blies (?).

Mit ihren Knopfaugen, den runden Ohren und dem allgemein eher als „niedlich“ zu bezeichnenden Aussehen betrachten viele Menschen diese Tiere nicht als Gefahr. Zudem gewöhnen sie sich recht schnell an die Anwesenheit von Menschen und verlieren somit ihre Scheu.

Doch auch wenn sie nah an den Menschen rankommen, sollte man sie auf keinen Fall füttern oder gar anfassen. Es handelt sich bei den Nagern trotz ihrer Nähe immer noch um Wildtiere, welche zwar grundsätzlich eher friedlich sind, sich jedoch trotzdem wehren sollten sie sich bedroht fühlen. Die Fütterung kann genau wie dir Fütterung von Enten uns anderen Wildtieren zu gesundheitlichen Gefährdungen der Tiere führen, und die Qualität von Gewässern negativ beeinflussen.

 Der Glaube, dass Nutrias ein Risiko für heimische Wasservögel darstellen, indem sie Nester ausräumen und Jungvögel räubern ist weitestgehend unbegründet. Die „Sumpfbiber“ ernähren sich hauptsächlich vegetarisch. Die fressen vorzugsweise sogenannte Röhrichten, also bspw. Schilf, Rohrkolben und Binsen.  Manchmal, vor allem im Norden Deutschlands, stehen auch Großmuscheln auf dem Speiseplan, wodurch einige Populationen lokal gefährdet werden können.

Diese Vorliebe für Uferpflanzen führt jedoch zunehmend zu Problemen. Die Naturwacht Saarland beobachtet, dass  Nutrias die Begleitflora an den Flüssen und Bächen völlig ,,Abweiden“, dadurch werden die Uferrandstreifen instabil und erodieren schneller.  Außerdem stellen die Tiere eine große Futterkonkurrenz für einheimische Arten dar.

Verwechslungsgefahr besteht unter anderem mit Bisamratten und Bibern. 

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