Zum Tag der Katze
Wilde Katzen im Saarland
Die Welt liegt Katzen zu Füßen – zumindest unseren Stubentigern: Die Hauskatze ist nicht nur die häufigste Katze weltweit, sondern auch das beliebteste Haustier der Deutschen. Bis zu 14 Millionen Tiere werden in Deutschlands Haushalten vermutet. Die Situation der wilden Katzen dagegen sieht weltweit deutlich schlechter aus, die meisten der Arten sind hoch bedroht. Dabei gibt es wilde Katzen nicht nur in Afrika oder Asien, sondern auch hierzulande: die Europäische Wildkatze und den Eurasischen Luchs. Der BUND Saar möchte zum Weltkatzentag den Blick der Öffentlichkeit auf die wilden Katzen in Deutschland und im Saarland lenken und für ihren Schutz werben.
„Wildkatzen müssen dringend besser geschützt werden“, sagte der BUND-Landesvorsitzende Christoph Hassel. „Deutschland hat eine besondere Verantwortung für den Erhalt der Europäischen Wildkatze. Das Zentrum ihres europäischen Verbreitungsgebietes liegt bei uns. Dies trifft in besonderem Maße auf das Saarland, auf Rheinland-Pfalz und Nordost-Frankreich zu“, so Hassel. „Es ist noch viel zu tun: auf internationaler, nationaler, aber auch auf lokaler Ebene. So gibt es im Saarland noch keine einzige Grünbrücke, über die Wildkatzen und andere Tiere gefährliche Straßen überwinden könnten. Dabei zählt der Straßentod zu den häufigsten Todesursachen unter den Wildkatzen.“ Vor 100 Jahren in Deutschland fast ausgerottet, streift die Wildkatze heute wieder vermehrt durch mitteleuropäische Wälder. „Viele neue Wildkatzennachweise durch den BUND in vielen Regionen Deutschlands, auch im Saarland, zeigen: Die Tiere breiten sich inzwischen wieder erfolgreich aus“, sagte Hassel.
Der BUND engagiert sich seit über 30 Jahren mit verschiedenen Projekten für die Wildkatze – zuerst in Bayern, seit fast 20 Jahren auch im Saarland und in vielen weiteren Bundesländern. Der Verband schätzt die Wildkatzenpopulation in Deutschland auf 6.000 bis 8.000, im Saarland dürften es etwa 500 sein.
Luchse durchstreifen das Saarland nur gelegentlich. Sie stammen aus den Wiederansiedlungen in der Pfalz der vergangenen Jahre durch die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz.
Die Europäische Wildkatze ist recht leicht mit graugetigerten Hauskatzen zu verwechseln. Dabei ist die Verwandtschaft von Haus- und Wildkatze nur augenscheinlich. Die Hauskatze kam erst mit den Römern nach Europa und stammt von der Falbkatze ab. Die Europäische Wildkatze zählt hingegen zur ursprünglichen Fauna des Kontinents.
In vielen Teilen Deutschlands sind die Populationen der gefährdeten Wildkatze noch immer voneinander isoliert oder die Habitate sind nicht optimal. Deshalb arbeiten zehn BUND-Landesverbände, die BUNDjugend und der BUND-Bundesverband an einem gemeinsamen Projekt: „Wildkatzenwälder von morgen“. Es wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) gefördert, mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Im Saarland unterstützen das Land sowie die Saarland-Sporttoto GmbH. Ziel ist, die Wälder Deutschlands für waldlebende Arten ökologisch aufzuwerten und gegenüber dem Klimawandel resilienter zu gestalten.
Für Rückfragen und weitere Informationen stehen Ihnen die Mitarbeiter der Landesgeschäftsstelle des BUND Saar gerne zur Verfügung.
BUND Saar
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66111 Saarbrücken
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