Stark verschmutzter Erbach. Foto: Hardy Welker

BUND begrüßt Einstellung des Planfeststellungsverfahrens zur B 423neu
Mastau jetzt dauerhaft für Natur- und Hochwasserschutz sichern

 
Der BUND Saar begrüßt zusammen mit seiner Regionalgruppe (RG) Bliesgau die unlängst bekannt gewordene Einstellung des Planfeststellungsverfahrens zur Neuführung des B423neu in Homburg. Damit ist der jahrelange Widerstand des BUND Saar und vieler anderer erfolgreich gewesen. Insbesondere dem beherzten Engagement der Bürgerinitiative „Erhaltet die Mastau“ ist es zu verdanken, dass dieses Vorhaben gescheitert ist. Viele fachliche Argumente sprachen gegen die Neuführung der B423 in diesem Bereich. So konnte im Laufe des Verfahrens nachgewiesen werden, dass die Mastau ein wichtiger Lebensraum für geschützte Arten wie die Wildkatze, den Fischotter und den Schwarzstorch darstellt. Zudem hätte das Vorhaben konträr zu der eingeleiteten Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Homburg und Zweibrücken gestanden.

„Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten. Die Planungen zur Neuführung der B423neu durch die Mastau wirkten wie aus der Zeit gefallen. Natur-, Arten- und Klimaschutz spielen keine Rolle. Auch die Funktion der Mastau als Retentionsfläche für Hochwasserereignisse, aber auch für die Naherholung, wäre bei einer Realisierung der Umfahrung erheblich beeinträchtigt worden. Durch Versiegelung der Retentionsfläche käme es bei Starkregenereignissen zu massiven Überschwemmungen in Homburg Süd und Rückstau in der Kanalisation. Das Naherholungsgebiet und als Natura 2000 ausgezeichnete Wiesen würden einer Umgehungsstraße zum Opfer fallen. Die Einstellung des Verfahrens macht hoffentlich den Weg frei für eine nachhaltige Entwicklung dieses Naturraums. Jetzt haben wir die Möglichkeit das Gebiet in die Biosphäre einzubinden und endlich den Status zu erhalten, den die Mastau verdient. Dazu gehört auch konsequenter Gewässerschutz für das Biosphärengewässer Blies, um Lebensraum für den empfindlichen Fischotter zu erhalten“, so die Vorsitzenden des BUND Saar und der RG Bliesgau.

Der BUND Saar fordert daher, dass konsequenterweise die ehemals geplante Trasse der B423neu aus dem Entwurf des Landesentwicklungsplan (LEP) Saarland gestrichen wird. Der Entwurf befindet sich zur Zeit in der Offenlage. Allerdings ist die Umgehung noch bis 2030 als vorrangiger Bedarf im Bundesverkehrswegeplan des Bundes enthalten. Auch dort muss die Umfahrung gestrichen werden und auch nicht mehr in der Fortschreibung des Plans aufgenommen werden.

Der BUND Saar appelliert daher an die Stadt Homburg und das saarländische Verkehrsministerium die Planungen für eine Umfahrung gänzlich einzustellen. In Zeiten der Mobilitätswende und des Klimawandels sollte die Planung endgültig zu den Akten gelegt wer-den. Der BUND Saar fordert eine dauerhafte Sicherung der Mastau für den Natur- und Hochwasserschutz. Schon seit Jahren fordert der BUND Saar zudem, dass die Durchfahrt Schwarzenbach/Schwarzenacker und Einöd nicht als Abkürzung von LKWs missbraucht wird. Ein LKW Durchfahrverbot, Flüsterasphalt und Tempo 30 würde die Situation massiv entschärfen und die Anwohner bei Lärm und Verkehrsaufkommen deutlich entlasten.

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