Foto: BUND Saar c/o Michael Grittmann

Keine Industriefläche auf dem Linsler Feld
Batteriefabrik wohl endgültig vom Tisch

Die Auseinandersetzung um den Bau einer Batteriezellfabrik auf dem Linsler Feld bei Überherrn steht für den BUND Saar kurz vor einem erfolgreichen Ende. Als im August 2021 die Bauleitplanung zum ersten Mal vorgestellt wurde, war schon klar, dass dieses Vorhaben mit großen Umweltproblemen verbunden sein wird. Zusammen mit dem NABU und insbesondere den zwei Bürgerinitiativen aus Friedrichweiler und Überherrn konnte der BUND in den folgenden Jahren ausreichend Mittel sammeln, um juristisch gegen dieses Vorhaben vorzugehen. So konnte die Kanzlei Baumann Rechtsanwälte im Auftrag des BUND am 20.11.2023 eine umfangreiche 139 Seiten umfassende Einwendung gegen den vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Industriegebiet Linsler Feld“ vorlegen. Am 18.10.2024 wurde von der gleichen Kanzlei ein Normenkontrollantrag beim Oberverwaltungsgericht in Saarlouis gestellt. Am 17.04.2025 folgte dann eine ausführliche 240 Seiten  umfassende Antragsbegründung. 

Anfang Februar 2026 informierte das Oberverwaltungsgericht mit einem ausführlich begründeten gerichtlichen Hinweis den für die Gemeinde Überherrn tätigen Anwalt über die Tatsache, dass der Bebauungsplan wegen der mangelhaften Abwasser- und Schmutzwasserbeseitigung an einem erheblichen Fehler leidet. Es wurde auch darauf hingewiesen, dass der vorgesehene Standort in der Wasserschutzzone II liegt, in welcher Abwasserreinigungsanlagen verboten sind. Das Oberverwaltungsgericht ist in diesem Hinweis nur auf die mangelhafte Schmutzwasserbeseitigung eingegangen. Der BUND geht aber davon aus, dass auch die anderen in der Antragsbegründung genannten Mängel wie z.B. die Gefährdung des Grundwassers, die Verstöße gegen die Wasserrahmenrichtlinie oder die unzureichenden Vermeidungs- und Ausgleichsmaßnahmen dazu geführt hätten, dem Bebauungsplan die Genehmigung zu versagen.

Am 18.02.2026 hat jetzt die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Saar mbH (gwSaar) mitgeteilt, dass sie das Vorhaben „Batteriezellfabrik“ aufgibt und vom Durchführungsvertrag zurücktritt.

„Durch diese Entwicklung sehen wir uns als Umwelt- und Naturschutzverband bestätigt, dass das Linsler kein guter Platz ist für eine Industrieansiedlung. Zu groß sind dort die zu erwartenden Auswirkungen auf Natur und Umwelt. Wir erwarten jetzt von der Gemeinde Überherrn, dass sie den vorhabenbezogenen Bebauungsplan rückabwickelt und es nicht auf eine Gerichtsverhandlung ankommen lässt, die wegen fehlender Erfolgsaussichten nur unnötige Kosten verursachen wird“, so Michael Grittmann, stellv. Landesvorsitzender des BUND Saar.

Es können demnächst auch keine Bagger anrollen, wie in einem SZ-Artikel vom 20.02.2026 erwähnt, weil noch kein neuer Bebauungsplan vorliegt.

Das Verfahren hat deutlich gezeigt, dass das Linsler Feld denkbar ungeeignet ist für die Entwicklung von Industrie und Gewerbe. Konsequenterweise hat der BUND daher in seiner Stellungnahme zum Landesentwicklungsplan (LEP) Saarland 2030 gefordert, das diese Fläche in dem neuen Plan nicht mehr als Industriefläche auszuweisen ist. Vielmehr müsse ein Umdenken bei der Ansiedlung von Industrie und Gewerbe stattfinden. Statt auf der Grünen Wiese zu bauen, müssen viel mehr auf bereits bestehenden Industrie- und Gewerbebrachen (Brownfields) genutzt werden, so die Forderung des BUND. 
 

(Michael Grittmann)
Stellv. Landesvorsitzender BUND Saar

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