Foto: Paul Rothgerber

50 Jahre BUND Saar
20 Jahre Haus der Umwelt

Am 10.03.1971 fand in Saarbrücken die Gründungsversammlung des Bund für Umweltschutz Saarbrücken statt, aus dem anschließend der Landesverband des „Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland“ (BUND), hervorging.
 
Dr. Berthold Budell wurde dabei zum ersten Vorsitzenden gewählt. Unter den 51 Gründungsmitgliedern befanden sich auch viele Politiker und Wissenschaftler, u.a. der bekannte Botaniker Dr. h.c. Paul Haffner.

Anlass für die Gründung eines Umweltverbandes im Jahre 1971 waren nicht nur die immer deutlicher werdenden Probleme im Naturschutz. Es gab in dieser Zeit die ersten beunruhigenden Forschungsergebnisse, nach denen unsere Wälder von schwefelsauren Niederschlägen bedroht wurden. Außerdem gab es schon zwei Jahre vorher einen schweren Störfall im Schweizer Atomversuchsreaktor Lucens, bei dem ein Brennelement schmolz und Radioaktivität freigesetzt wurde. Davon unbeeindruckt hielt die Euphorie bei der Nutzung der Atomkraft in der Politik weiter an. 1971 ging der Siedewasserreaktor in Würgassen in Betrieb. „Die Zeit war daher reif für die Gründung eines Umweltverbandes, der sich mit diesen drängenden Problemen auseinandersetzt“, so Michael Grittmann, stellvertretender Vorsitzender der BUND Saar. In den folgenden Jahren waren die Themen Waldsterben und die Nutzung der Kernenergie neben dem Naturschutz wichtige Schwerpunktthemen für den BUND. Besonders aktiv war der BUND Saar gegen den Bau und Betrieb des grenznahen Atomkraftwerkes in Cattenom.

Heute ist der BUND Saar ein breit aufgestellter Umweltverband, der sich vielfältig für den Naturschutz und für eine konsequente Energiewende einsetzt. Neben dem ehrenamtlich tätigen Vorstand arbeiten mittlerweile sieben Hauptamtliche in einer Geschäftsstelle, die sich seit 2001 im Haus der Umwelt befindet. Dieses Haus der Umwelt konnte mit finanzieller Unterstützung der Saarland-Sporttoto GmbH vom BUND ersteigert und aufwändig umgebaut werden. Zur erfolgreichen Umsetzung dieses Projektes hat maßgeblich auch der engagierte Einsatz des damaligen Landesvorsitzenden Joachim Götz beigetragen.

Mit dem Haus der Umwelt bietet der BUND Saar vielen anderen umweltpolitisch engagierten Verbänden in Saarbrücken gute Möglichkeiten, für ihre Ziele aktiv zu werden. Auch die Umweltbildung war immer ein wichtiges Anliegen.

Mit dem „KunterBUNDmobil", das Umweltministerium finanziert das Programm „Wasser-Marathon“, steht ein fahrbares Klassenzimmer zur Verfügung, um Kindergartengruppen und Schulklassen direkt vor Ort Naturschutz und Gewässerökologie zu vermitteln. Mit der Beteiligung am bundesweiten Netzwerk „Rettungsnetz Wildkatze“ setzte sich der BUND Saar seit vielen Jahren für den Schutz der Wildkatze ein.
Mit dem Projekt „Wildkatzenwälder von morgen“ wird dieses Engagement in Kooperation mit dem SaarForst Landesbetrieb und mit finanzieller Unterstützung der Saarland-Sporttoto GmbH in den nächsten Jahren fortgesetzt. Ein weiteres Schwerpunktthema in den zurückliegenden Jahren war die naturnahe Waldbewirtschaftung. So begleitet der BUND Saar zusammen mit dem Ministerium für Umwelt, dem SaarForst Landes-betrieb und dem Zweckverband LIK.Nord das Projekt „Prozessschutzorientierte Waldwirtschaft im Forstrevier Quierschied“, und er war an der Ausarbeitung des Handlungsleitfadens „Biodiversität im Wirtschaftswald“ beteiligt.

Fünfzig Jahre nach seiner Gründung geht der BUND Saar jetzt ein weiteres großes Projekt in Lebach an. Ein dem BUND Saar gespendetes Bauerhaus wird zu einem Zentrum für Ökologie und Umweltschutz mit dem Namen „Haus Eckert“ ausgebaut, benannt nach der Familie des Vorbesitzers Dr. Michael Eckert.

„Nach Umbau und Renovierungsarbeiten soll das Haus Eckert zu einem Kristallisationspunkt für Menschen und Initiativen werden, die sich für die Umsetzung der Agenda 2030 mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen (SDG) einsetzen. Es soll ein Ort entstehen, an dem Akteure aus dem Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) Vorträge, Seminare und ähnliche Veranstaltungen anbieten, aber auch praktische Erfahrungen machen und Kompetenzen entwickeln können“, so Christoph Hassel, Vorsitzender des BUND Saar. Der BUND wird dabei mit dem Netzwerk Entwicklungspolitik im Saarland e.V., mit der Stadt Lebach, der Volkshochschule Lebach, dem Energieeffizienznetzwerk des Landkreises Saarlouis und den saarländischen Imkern zusammenarbeiten.

Fünfzig Jahre nach der Gründung wird der BUND Saar in der Öffentlichkeit als glaubwürdiger und umweltpolitisch schlagkräftiger Verband wahrgenommen.


  (Michael Grittmann)
Stellv. Landesvorsitzender

 

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