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BUND Landesverband Saarland

Foto: Thomas Stephan / BUND

Die Welt liegt Katzen zu Füßen – zumindest unseren Stubentigern: Die Hauskatze ist nicht nur die häufigste Katze weltweit, sondern auch das beliebteste Haustier der Deutschen. Bis zu 14 Millionen Tiere werden in Deutschlands Haushalten vermutet. Die Situation der wilden Katzen dagegen sieht weltweit deutlich schlechter aus, die meisten der Arten sind hoch bedroht. Dabei gibt es wilde Katzen nicht nur in Afrika oder Asien, sondern auch hierzulande: die Europäische Wildkatze und den Eurasischen Luchs. Der BUND Saar möchte zum Weltkatzentag am 8. August den Blick der Öffentlichkeit auf die wilden Katzen in Deutschland und im Saarland lenken und für ihren Schutz werben.

„Wildkatzen müssen dringend besser geschützt werden“, sagte der BUND-Landesvorsitzende Christoph Hassel. „Deutschland hat eine besondere Verantwortung für den Erhalt der Europäischen Wildkatze. Das Zentrum ihres europäischen Verbreitungsgebietes liegt bei uns. Dies trifft in besonderem Maße auf das Saarland, auf Rheinland-Pfalz und Nordost-Frankreich zu“, so Hassel. „Aber auf nationaler und internationaler sowie auch auf lokaler Ebene ist noch viel zu tun. So gibt es im Saarland noch keine einzige Grünbrücke, über die Wildkatzen und andere Tiere gefährliche Straßen überwinden könnten“.  Vor 100 Jahren bei uns beinahe ausgerottet, streift die Wildkatze heute wieder vermehrt durch deutsche Wälder. „Neue Wildkatzennachweise durch den BUND im Saarland, in der Lüneburger Heide, im Leipziger Auwald und einigen bayerischen Wäldern zeigen: Die Tiere breiten sich inzwischen wieder erfolgreich aus“, sagte Hassel. Der BUND engagiert sich seit über 30 Jahren mit verschiedenen Projekten für die Wildkatze – zuerst in Bayern, seit mehr als zehn Jahren auch im Saarland und in vielen weiteren Bundesländern. Der Verband schätzt die Wildkatzenpopulation in Deutschland auf 7.000 bis 10.000, im Saarland dürften es zwischen 300 und 400 sein. Im äußersten Norden und gesamten Nordosten Deutschlands fehlt das „Wildtier des Jahres“ jedoch noch immer flächendeckend.

Die auch als „Pinselohren“ bezeichneten Luchse sind in Deutschland noch eine echte Rarität: Nur etwa 80 eindeutig nachgewiesene Luchse streifen durch den Harz, den Bayerischen Wald und angrenzende Bundesländer. Mit Wildtierkameras ist der BUND ihnen im Thüringer Nationalpark Hainich auf der Spur. Auch in Hessen und Bayern ist der BUND im Luchsschutz aktiv und unterstützt das Wiederansiedlungsprojekt der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz im Pfälzerwald. Seit Sommer 2016 wurden im Pfälzerwald durch die Stiftung bereits zehn der vorgesehenen 20 Luchse aus der Schweiz und aus der Slowakei freigelassen. Mindestens einmal besuchte einer der Luchse auch das Saarland. Der BUND Saar unterstützt die Wiedereinbürgerung der größten europäischen Katze durch seine Mitgliedschaft im Verein Luchs-Projekt Pfälzerwald / Vosges du Nord e.V. 

Im Gegensatz zum Luchs ist die Europäische Wildkatze recht leicht mit der graugetigerten Hauskatze zu verwechseln. Dabei ist die Verwandtschaft von Haus- und Wildkatze nur augenscheinlich. Die Hauskatze kam erst mit den Römern nach Europa und stammt von der Falbkatze ab. Die Europäische Wildkatze dagegen ist eine wahre Ureinwohnerin Europas. Lange wurde eine Vermischung von Wildkatzen mit streunenden Hauskatzen angenommen. Jüngste genetische Forschungen im BUND-Projekt „Wildkatzensprung“ ergaben jedoch eine niedrige Vermischungsrate. Lediglich bei etwa drei Prozent der untersuchten Tiere waren Spuren einer Hybridisierung festzustellen.

„Die Zerschneidung und Verinselung ihrer Lebensräume durch Straßen, Siedlungen und ausgeräumte Agrarflächen sind heutzutage das größte Problem für die Europäische Wildkatze“, so Hassel. Mit grünen Korridoren aus Büschen und Bäumen verbindet der BUND Wälder wieder miteinander und schafft neue Wanderwege für die Wildkatze und viele andere Arten. So soll langfristig ein deutschlandweites Netzwerk verbundener Wälder entstehen, von der Lüneburger Heide bis in den Schwarzwald, vom Warndt bis in die Lausitz.

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen Ihnen die Mitarbeiter der Landesgeschäftsstelle des BUND Saar gerne zur Verfügung.

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.bund.net/wildkatze.

Gemeinsame Publikation des BUND und WWF Deutschland zum Luchs: www.bund.net/luchs.

Pressefotos zur Wildkatze: www.bund.net/service/presse/pressebilder/aktionen/.

Pressekontakt

BUND Saar
Landesgeschäftsstelle
Evangelisch-Kirch-Straße 8
66111 Saarbrücken

Tel. 0681 813700
info@bund-saar.de

 

 

 

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