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BUND Landesverband Saarland

Große Nussjagd für Kinder

Eine Mitmach-Aktion
des BUND Saar

Die große Nussjagd für Kinder hat begonnen!
Dabei sind die Nüsse lediglich Mittel zum Zweck. Eigentlich geht es um die Haselmaus, ein mauskleiner Bilch aus der Verwandtschaft des Siebenschläfers. Haselnüsse sind die Lieblingsspeise des daumengroßen Tierchens. Beim Knacken der Nüsse schnitzt das Kerlchen mit seinen Zähnen typische Spuren in die Schale. Solche Nüsse werden von den Kindern gesucht.

Wer kann mitmachen? Und wie funktioniert es?

An der Erforschung der Haselmaus können sich Kindergärten, Schulklassen und Jugendgruppen beteiligen. So werden Kinder zu Wissenschaftlern: Mitarbeiter des BUND Saar berichten den Kindern Interessantes über das Leben der Haselmaus. Anschließend suchen die Kinder angefressene Haselnüsse. Diejenigen, die von der Haselmaus verzehrt sein könnten, werden vom BUND begutachtet. Es soll eine neue Verbreitungskarte der Haselmaus im Saarland entstehen. Denn noch weiß man nicht viel über die Haselmaus im Saarland. Aber das soll sich jetzt ändern. Mit Hilfe der Kindergarten- und Schulkinder.
Die Große Nussjagd: ein ideales naturkundliches Thema für Grundschulen und Kindergärten.

Anmeldungen nimmt der BUND Saar 0681-813700, info@bund-saar.de gerne entgegen. Hier erhalten Sie auch weitere Informationen zu der Aktion. Klicken Sie sich auch durch die Links zur Nussjagd.

Das Projekt wird gefördert von der Saarland-Sporttoto GmbH. 

Die Haselmaus

Haselmaus„Süß“ und „niedlich“ erscheint der kleinste unserer Bilche. Der Verwandte des bekannteren Siebenschläfers ist nur etwa daumengroß. Vielleicht wird er deshalb so selten wahrgenommen. Kaum jemand hat das verschlafene Tier zu Gesicht bekommen: die Haselmaus. Im Saarland wurde die Haselmaus schon an einigen Stellen nachgewiesen, aber deutlich seltener als viele andere Säugetiere. Der Siebenschläfer, neben dem Gartenschläfer ihr nächster heimischer Verwandter, ist weitaus häufiger und vielen auch besser bekannt.

Die Haselmaus trägt einen falschen Namen. Denn sie gehört nicht zu den Mäusen, sondern zu den Bilchen, die auch Schläfer genannt werden. Schläfer deshalb, weil die zu den Nagetieren zählenden Säuger sich einen ungewöhnlich langen Winterschlaf gönnen. Von Oktober bis April (sieben Monate!) verbringen sie schlafend in ihrem kugelförmigen Nest aus Pflanzenteilen, zumeist Laub, Gras und Moos. Häufig werden die Nester dicht über der Erdoberfläche angelegt. Nur selten sind sie in Baumhöhlen oder Nistkästen zu finden. Den langen Winterschlaf benötigen sie, da sie in dieser Zeit keine oder nicht genügend Nahrung finden. Wenn das Buschwindröschen blüht, erwachen sie aus dem langen Schlaf.
Auch im Sommer dösen die putzigen Kerlchen gerne und ausgiebig. Als überwiegend nachtaktive Tiere verbringen sie den Tag in der Regel in kugeligen Sommernestern. Dennoch werden sie während der hellen Tageszeit häufiger beobachtet als die strenger nachtaktiven Siebenschläfer.

Haselmäuse können im Freiland bis zu sechs Jahren alt werden. Zwischen Juni und August erhalten sie Nachwuchs. In warmen Jahren kommt es im Oktober zu einem zweiten Wurf. Durchschnittlich werden vier Junge geboren.

Im Saarland ist die Haselmaus noch nicht in allen Teilen nachgewiesen. Vermutlich lebt sie aber auch in Bereichen, in denen auf der Karte noch keine Punkte vorhanden sind. Neben der direkten Beobachtung beruht die Kenntnis der Verbreitung der Haselmaus auch aus Gewölleuntersuchungen. Dabei werden die Speiballen der Vögel auf Knochen durchsucht. Die Skelette lassen sich bestimmten Arten zuordnen. Zu den ärgsten Feinden der Hausmaus zählen die Eulen, vor allem der Wald- und der Rauhfußkauz. In deren Gewöllen finden sich gelegentlich die Überreste des Schläfers.

Der Schädel der Haselmaus ist verhältnismäßig einfach zu erkennen: Haselmäuse haben vier Backenzähne mit auffälligen Querrippen auf der Kaufläche, während die meisten echten Mäuse nur drei Backenzähne besitzen. Gelegentlich entdecken Vogelkundler auch vollständige Haselmäuse als Vorratsbeute im Kasten eines Rauhfußkauzes. Eine dritte, elegante Möglichkeit, die Haselmaus festzustellen, ist eine indirekte. Dabei werden ihre Nahrungsreste, nämlich die Schalen der von ihr verzehrten Haselnüsse, gesammelt. Und genau dieses möchte der BUND mit Kindern tun, um mehr über die sympathische Art zu erfahren und die weißen Flächen auf der Verbreitungskarte zu verkleinern.

Die Nahrung der Haselmaus wechselt im Jahresverlauf. Im Frühjahr erfreut sie sich an Pollen und Insekten, später auch an Beeren. Im Herbst nimmt sie vorwiegend die Früchte auf, die ihr den Namen gaben: Haselnüsse. Mit ihren scharfen Zähnchen schneidet sie ein charakteristisches Loch in die Schale. An den Fraßspuren ist die Anwesenheit des winzigen Schläfers zu erkennen.

Das Vorkommen der Haselmaus an einem bestimmten Ort hängt wesentlich von der vorhandenen Nahrung ab. Blütenpflanzen, Insekten und Haselsträucher sind am ehesten in hellen, nicht völlig zugewachsenen Wäldern, an Waldrändern, auf Windwurfflächen und sonstigen Lichtungen anzutreffen. Die Haselmaus ist eine typische Lichtwaldart. Dort, wo die Kronen der Bäume zu dicht zusammenwachsen und nur noch wenig Sonnenlicht auf den Boden trifft, findet sie zu wenige Pollen und Beeren.

Die Haselmaus wird durch die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) europaweit geschützt. Dies reicht allerdings nicht aus. Sie benötigt reich strukturierte Waldsäume und Wälder, in denen Windwurfflächen nicht umgehend wieder aufgeforstet werden und alte Bäume stehen bleiben dürfen, damit in ihren Höhlen die Haselmaus und viele andere Tierarten Unterschlupf finden. In diesem Sinne ist die Haselmaus ein Anzeiger für naturnahe Wälder.


Verbreitung der Haselmaus im Saarland

Abbildung: Verbreitung der Haselmaus nach Herrmann, M. (1991): Säugetiere im Saarland. 

Jagdanleitung

Haselmäuse sind sehr schwierig zu beobachten, weil sie scheu und nachtaktiv sind. Daher wollen wir auf eine besondere Weise feststellen, ob diese kleinen Säugetiere in unserer Nähe leben.

Hierzu suchen wir ihre Lieblingsnahrung: Haselnüsse. Haselsträucher gibt es fast überall im Saarland. Am liebsten wohnen die Haselmäuse dort, wo es viele Sträucher gibt, zum Beispiel am Waldrand.

Die Haselmäuse knacken die Nüsse direkt am Strauch und lassen die Schale einfach auf den Boden fallen. Dort kannst Du sie aufsammeln. Weil die Haselmäuse ganz typische Nagespuren an den Nüssen hinterlassen, kann man sie von den Spuren anderer Tiere, die auch Nüsse fressen, unterscheiden.
Wie erkennst Du, ob es eine Haselmaus war, die an den Nüssen genagt hat?

FraßspurenMit sehr guten Augen oder einer Lupe erkennst Du am Rand des Lochs die Spuren der Nagezähne. Verlaufen diese Spuren parallel zum Rand eines runden Lochs, so war es die Haselmaus. Falls die Spuren der Zähne senkrecht zur Öffnung stehen, war es eine richtige Maus. Eichhörnchen und Vögel zerbrechen die Nüsse. Daher gibt es keine runden Löcher. Der Haselnussbohrer, ein Käfer mit sehr langem Rüssel, bohrt viel kleinere Löcher.
Wie findest Du die Nüsse?

Im Gärten und Parks sind Haselmäuse nur selten anzutreffen. Häufiger sind sie in Hecken oder an den Rändern von Laubwäldern mit vielen Haselsträuchern zu finden. Suche eine solche Stelle. Das ist oft nicht ganz einfach und braucht etwas Geduld.

Wenn Du eine solche geeignete Stelle gefunden hast, kann die Suche beginnen. Unter alten Sträuchern wirst Du mehr Nüsse finden als unter jungen. Sei nicht enttäuscht, wenn Du nicht unter dem ersten Strauch erfolgreich sein solltest. Gehe einfach zum nächsten und versuche dort Dein Glück.

Sammle alle angeknabberten Nüsse ein und schreibe auf, wie lange Du gebraucht hast. Etwa 20 Minuten solltest Du an einer Stelle, also an einem Strauch oder einer Strauchgruppe suchen. Eine Jagdzeit von insgesamt zwei Stunden reicht völlig aus.

Zu Hause, in der Schule oder im Kindergarten sortierst Du die Nüsse. Dabei schaust Du Dir die Nagespuren genau an. Diejenigen, die von der Haselmaus stammen könnten, schickst Du zusammen mit dem Jagdbericht an den BUND Saar. Die Adresse steht schon auf dem Briefumschlag, den Du erhalten hast. Ein paar Nüsse darfst Du auch gerne behalten.

Mit etwas Glück findest Du Haselmaus-Nüsse. Falls nicht: bitte nicht traurig sein. Fülle trotzdem den Jagdbericht aus und schicke ihn uns zu. Denn es ist genauso wichtig zu wissen, wo es keine Haselmäuse gibt wie zu wissen, wo sie leben.
 

Hier findest Du einen Bestimmungsschlüssel zum Ausdrucken. Den kannst Du mitnehmen, wenn Du die Haselmaus suchen gehst
  

So baut man einen Haselmauskasten zusammen

Wollt Ihr ein Biotop für die Haselmaus bauen?

Wie wäre es mit einem Haselmauskasten. Er ist mit etwas Geschick einfach zu bauen. Hier die Bauanleitung als Skizze zum Download

Und so geht's:

      1. Man nimmt die Bretter 1, 2 und 3. 

  • Brett 3 ist die „Vorderseite“, die später mit dem Loch (wird erst kurz vor Schluss gebohrt) zum Stamm hin zeigt. Brett 3 wird mit je einem Nagel oben in die Seitenteile (Stirnseite) festgenagelt, so dass die Oberkante möglichst glatt ist (damit das Dach später möglichst ohne Spalten aufliegen kann).


      2. Man nimmt Brett 4 hinzu.


  • Brett 4 wird unten zwischen die Seitenwände (Bretter 1 und 2) bis gegen die noch lose Vorderwand (Brett 3) geschoben, so dass das Brett bündig mit der Vorderkante abschließt. Jetzt mit jeweils zwei Nägeln den Boden durch die Seitenteile (!) festnageln.

Nun die „Vorderseite“ (Brett 3) unten an den Seiten (Bretter 1 und 2) festnageln.

      3. Man nimmt Brett 5 hinzu.


  • Brett 5 wird als Dach aufgesetzt, so dass es glatt mit der „Vorderseite“ abschließt. Mit insgesamt drei Nägeln wird es aufgenagelt. Mittig auf der „Vorderseite“ (Brett 3) und jeweils auf den Ecken zur Rückseite (Bretter 1 und 2). Dabei ist bei den Ecken zur Rückseite darauf zu achten, dass die Seiten nicht nach außen klaffen oder nach innen verzogen sind.


       4. Man nimmt Brett 6 hinzu.

  • Brett 6 ist die Rückwand, die durch einen Nagel und eine Schraube so befestigt wird, dass man dem Kasten später durch Lösen der Schraube aufklappen kann. Dabei geht man folgendermaßen vor: Brett 6 wird auf die Rückkanten aufgelegt und bündig unter das Dach geschoben. Mit dem Nagel wird es auf einer der beiden unteren Rückkantenecken von den Seitenwänden festgenagelt. Die Schraube wird durch die Rückwand auf der anderen Rückkantenseite oben befestigt - (Vorbohren wird empfohlen).

  • Mit dem Lochbohrer (Topfbohrer) wird auf der „Vorderseite“ seitlich ein ca. 3 cm großes Einschlupfloch gebohrt.

  • Wer hat, kann jetzt seinen Kasten mit Leinölfirnes einstreichen und trocknen lassen. Wer nicht hat, lässt es, der Kasten verrottet dann allerdings schneller.

  • Mit einem Stück Dachpappe wird nun der Kasten gegen Regen geschützt. Alle Dachpappennägel (8 Stück) werden seitlich in den Kasten genagelt. Man beginnt am besten mit der Stirnseite des Daches an der Rückseite.

  • Anschließend möglichst ohne Beule über das Dach klappen und auf der „Vorderseite“ festnageln. Zur Seite hin die Dachpappe einfalten und durch die Falte festnageln.


      5. Man nimmt Brett 7 (Abstandshalter, dicke Dachlatte) hinzu.

  • Der Abstandshalter wird auf der „Vorderseite“ neben dem Einschlupfloch angeschraubt, oder durch schräg (!! – damit sie sich nicht selber herausziehen) eingeschlagene Nägel befestigt.


Fertig ist der Haselmauskasten!
Tipp: Wenn Ihr das Einschlupfloch statt in die „Vorderseite“ in die „Rückseite“ bohrt, habt Ihr einen ganz normalen Vogelnistkasten, durch unterschiedliche Lochgrößen auch für verschiedene Vogelarten.

Hier nochmals die Bauanleitung als Skizze zum Download



Literatur und Links
Für Kinder:


GABLER, L. (2007): Wer fraß meine Haselnuss? Ein Haselmauskrimi für Kinder und ihre Eltern. 5. Aufl., Dresden, 14 S., zahlr. Illustrationen (Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt).
(www.lanu.de/media/public/lanu_publications/34_Wer_frass_meine_Haselnuss_web.pdf).

WOTKE, A. (2009): Kobold im Haselnuss-Strauch. – DUHwelt 4/2009: 30-31. (www.duh.de/uploads/media/DUHwelt_4_2009.pdf)


Hintergrundinformationen für Erwachsene:


BÜCHNER, S. & R. JUSKAITIS (2010): Die Haselmaus Muscardinus avellanarius. – Die Neue Brehm-Bücherei 670. Hohenwarsleben, 220 S.
ISBN: 978-3-89432-918-1

HERRMANN, M. (1991): Säugetiere im Saarland. Verbreitung, Gefährdung, Schutz. Saarbrücken, 166 S. (Haselmaus: S. 43-45).

KARG, G. (2003): Schläfer (Bilche, Schlafmäuse). Biologie und Lebensweise der Schläfer und systematische Einordnung. Bodenschatz, Schädlingsbekämpfung, Lfg. 19, 10/2003.
(www.karg-bugs.de/pdf/Informationen ueber Schlaefer.pdf)


Informationen und Unterrichtsmaterialien zur Großen Nussjagd finden Sie unter:

www.nussjagd.de
 

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