Foto: Dr. Martin Lillig


Rettungsnetz für die Wildkatze


Der BUND Saar beteiligt sich seit 2008 an der bundesweiten BUND-Aktion „Rettungsnetz Wildkatze“. Hierbei sollen in den nächsten Jahren deutschlandweit 20.000 km Wanderwege, also Korridore aus Gehölzen, für die Wildkatze geschaffen werden, damit die über weite Teile Deutschlands und der Nachbarländer verstreuten und voneinander isolierten Populationen wieder in Kontakt zueinander kommen können.
In dieses Wegenetz sollen die ehemaligen Westwallbunker als Ruhe- und Wurfplätze integriert werden. Nur durch die Verbindung der Teillebensräume ist der genetische Austausch und damit das Überleben der Wildkatze zu sichern. Auch im Saarland leben mehrere wahrscheinlich isolierte Populationen, um die sich der BUND Saar verstärkt kümmern wird.
Anders als ihre nahe Verwandte, die Hauskatze, hat sie es schwer in unserer dicht besiedelten und von Straßen durchzogenen Landschaft. Sie braucht Wälder mit Unterschlupfmöglichkeiten, in denen sie ihre Jungen aufzieht und in Waldnähe liegende Wiesen und Felder zum Jagen. Unsere Wälder sind durch Landwirtschaft, Straßen, Städte und Dörfer zerschnitten. Dadurch leben die einzelnen, oftmals kleinen Populationen meist voneinander isoliert. Der Genaustausch findet nicht mehr in ausreichendem Maße statt.
Daher hat sich der BUND entschlossen, ein Wegenetz von 20.000 km für die Wildkatze quer durch Deutschland zu schaffen. Auch durch das Saarland.
Es werden Hecken gepflanzt, damit die Wildkatze bei ihren Wanderungen ausreichend Deckung in ausgeräumter Landschaft findet. Kleinere Wälder werden angelegt oder durch Gehölze miteinander verbunden. Straßen werden für die Katze überwindbar gemacht.
Von diesen Maßnahmen wird nicht nur die Wildkatze profitieren. Zahlreiche andere Tierarten, wie Dachs, Baummarder, Fledermäuse und Vögel, erhalten neuen Lebensraum.

Wildkatzensprung – Wiedervernetzung der Wälder Deutschlands


Biotopvernetzung durch Schaffung oder Optimierung von Wanderkorridoren für waldbewohnende Tiere, allen voran die Wildkatze, ist ein wesentlicher Bestandteil des 2011 gestarteten und vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums geförderten Projekts „Wildkatzensprung – Wiedervernetzung der Wälder Deutschlands“. Ein weiterer Aspekt des Projekts ist die Erfassung der genetischen Strukturen innerhalb der Wildkatzenpopulationen. Über die genetischen Unterschiede der einzelnen Populationen kann der Grad der Isolation der Teilpopulationen ermittelt werden. Die Analyse der mitochondrialen DNA erlaubt die Unterscheidung zwischen Haus- und Wildkatze und erbringt den Nachweis der Wildkatze. Falls es sich um eine Wildkatze handelt, erfolgt im nächsten Schritt eine Mikrosatellitenanalyse, mit der sich einzelne Individuen unterscheiden lassen.
In allen zehn Bundesländern, in denen Wildkatzenvorkommen bekannt sind, sammelt der BUND Haarproben der Wildkatze. Die Haare werden vom Senckenberg-Institut genetisch analysiert. Im Saarland liegt das Untersuchungsgebiet in den Kreisen Merzig-Wadern und Saarlouis. Dieser Bereich ist einer der Kernzonen der Wildkatze im Saarland und wurde ausgewählt, weil hier eine hohe Anzahl an Proben erwartet werden konnte.
Die Ergebnisse der Studie werden Hinweise darauf geben, ob, und wenn ja, wo die Schaffung von Wanderkorridoren im nordwestlichen Saarland zum Schutz der Wildkatzen notwendig ist.

Foto: Thomas Stephan


Zur Verwirklichung des Rettungsnetztes sind BUND und Wildkatze auf Ihre Unterstützung angewiesen. Denn die Schaffung des Wegenetzes kostet Geld.


Der BUND und die Katze danken Ihnen für eine Spende unter dem Kennwort „Wildkatze“
auf das Konto bei der
Sparkasse Saarbrücken
IBAN: DE32 5905 0101 0067 0721 32
BIC: SAKSDE55XXX

Kurzfilm: Wildkatzensprung

Wildkatzensprung - Die Dokumentation

 

 



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