Presseerklärung Nr. 04/2018

Foto: BUND / Steffen Potel

Reinigung des Grubenwassers ist „alternativlos“

BUND Saar begrüßt ausdrücklich die Forderung des Umweltministers nach Vorlage eines Konzeptes durch die RAG zur Reinigung des Grubenwassers vor Einleitung in Gewässer


Bei der öffentlichen Diskussion über die Grubenwasserproblematik stehen in der breiten Bevölkerung die Gefährdung des Trinkwassers und mögliche Gebäudeschäden im Vordergrund. Dabei wird gerne die Tatsache übersehen, dass jetzt schon über lange Zeit durch die Einleitung von Grubenwasser viele negative Einflüsse auf unsere Oberflächengewässer einwirken. Die Einleitung des Grubenwassers erhöht die Wassertemperatur und verringert so den Sauerstoffgehalt der Gewässer. Zusätzlich finden chemische Prozesse statt, die weiteren Sauerstoff verbrauchen. Neben den vielen Salzen ist vor allem der Eintrag von PCB ein großes Problem. Insbesondere deshalb, weil sich diese Hinterlassenschaft des Bergbaus in der Nahrungskette anreichert und nicht abgebaut werden kann. Damit belastet PCB auch die Nahrungskette der Meeresökosysteme hinauf bis zu den Walen.

Einträge von PCB in der jetzt bekannten Größenordnung, waren bisher weder dem Land noch den Umweltverbänden bekannt. Von daher war bisher ein Zwiespalt gegeben: entweder das belastete Grubenwasser in die Bäche einzuleiten und den Grubenwasserspiegel tief zu halten oder die Einleitung zu verhindern und damit den Anstieg des Grubenwasserspiegels hinzunehmen. Unter dem neuen Kenntnisstand führt aus der Sicht des BUND Saar jetzt kein Weg mehr an einer Reinigung des Grubenwassers vorbei, die darüber hinaus auch rasch realisiert werden muss. Diese Reinigung sollte sich aber nicht nur auf das Entfernen von PCB beschränken.

"Auch das Erwärmen der Oberflächengewässer durch Einleitung von Grubenwasser und die Einleitung von gelösten Salzen führen zu einer Verschlechterung der Gewässerqualität. Diese Tatsache steht im Widerspruch zur europäischen Wasserrahmenrichtlinie, nach der ein Verschlechterungsverbot für unsere Oberflächengewässer besteht. Darüber hinaus trägt auch das Saarland Verantwortung für die Meere" so Michael Grittmann, stellvertretender Vorsitzender des BUND Saar.


(Michael Grittmann)
Stellv. Landesvorsitzender BUND Saar



V.l.: Katharina G., Isabella R., Marie S., Sophie M. BUNDjugend Saar, Julia B.

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