Presseerklärung Nr. 10/2017

Foto: BUND / Dr. Martin Lillig

BUND Saar nimmt Stellung zum Windpark Wintersteinchen
Schwarzstorch nicht signifikant beeinträchtigt
Energiewende braucht den Ausbau der erneuerbaren Energien


Nachdem der BUND Saar bereits im Frühjahr dieses Jahres im Rahmen des Genehmigungsverfahrens eine Stellungnahme zu dem geplanten Windpark Wintersteinchen in Mettlach mit 5 Windrädern abgegeben hatte, hat sich der Umweltverband erneut mit dem Vorhaben beschäftigt. Über die Genehmigungsbehörde wurde dem BUND eine Funktionsraumanalyse für den windkraftsensiblen Schwarzstorch aus dem Jahr 2017 zur Stellungnahme vorgelegt.

Die nunmehr vorgelegte Untersuchung bestätigt die Einschätzung des BUND Saar, dass durch den geplanten Windpark keine erheblichen Beeinträchtigungen der dort in der Nähe vorkommenden Schwarzstörche zu erwarten sind und auch das Tötungsrisiko sich nicht signifikant erhöhen wird. Die Analyse zeigt anhand zahlreich erhobenen Beobachtungsdaten nachvollziehbar, dass die Vögel das Gebiet mit den geplanten Windrädern nicht häufig nutzen. Alle wichtigen vom Schwarzstorch genutzten Räume beispielsweise zur Nahrungssuche liegen außerhalb des geplanten Windparkgebietes.

„Wir plädieren für einen weiteren Ausbau der Windkraftnutzung im Saarland, wenn dabei ökologische Leitplanken bei der Auswahl der Standorte und beim Betrieb der Windräder beachtet werden, was bei dem geplanten Windpark unserer Ansicht nach auch der Fall ist“, so Christoph Hassel, Landesvorsitzender des BUND Saar.

So sollen beispielsweise in dem geplanten Windpark zum Schutz der Fledermäuse in den Nachtstunden Abschaltzeiten für die Windräder festgesetzt werden, was anerkanntermaßen die Beeinträchtigungen für windkraftsensible Arten stark reduzieren wird. Bei schlechter Wetterlage werden an Massenzugtagen zum Schutz durchziehender Kraniche die Anlagen abgeschaltet. Eingriffe in Natur und Landschaft werden ausgeglichen, ebenso dauerhaft in Anspruch genommene Waldflächen. Gängige Praxis ist auch die Festlegung einer auskömmlichen Rückbaubürgschaft durch die Genehmigungsbehörde, um sicherzustellen, dass nach Nutzungsende die Windräder auch tatsächlich zurückgebaut werden.

„Wenn man die allseits bekannten Auswirkungen einer fossil-atomaren Energieversorgung weiter zurückfahren will, kommen wir neben einer effizienten Energienutzung und Energieeinsparung an einem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien und auch der Windkraftnutzung als eine der Säulen der Energiewende nicht vorbei. Und dass diese ökologischen Leitplanken nicht nur bei der Windkraftnutzung beachtet und auch eingehalten werden, dafür setzen wir uns auf allen Ebenen engagiert ein“, so Hassel.

(Christoph Hassel)
Landesvorsitzender BUND Saar



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