Presseerklärung Nr. 03/2017

Foto: Thomas Stephan / BUND

Wo gibt es im Saarland Wildkatzen?
BUND erneut auf der Spur der scheuen Jägerin


Saarbrücken. In den letzten Wochen dieses Winters begibt sich der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) wieder auf die Suche nach neuen Nachweisen der seltenen Katze. „In den vergangenen Jahren konnten wir an vielen Stellen des Saarlandes Wildkatzen nachweisen. Jetzt suchen wir in einem der letzen Wälder des Landes, aus dem noch keine Wildkatzen bekannt sind, im Saarkohlenwald“, so Christoph Hassel, Vorsitzender des BUND Saar.

Mit dem Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“ engagiert sich der BUND seit über zehn Jahren für die Europäische Wildkatze in Deutschland. Um ihrer Verbreitung auf die Spur zu kommen, nutzen die Experten und viele ehrenamtliche Unterstützerinnen und Unterstützer die sogenannte Lockstock-Methode. Lockstöcke sind mit einer Baldriantinktur eingesprühte Holzstöcke, deren Geruch die Katzen anlocken. Sie werden in den Untersuchungsgebieten nach einem speziellen Schema gesetzt und regelmäßig überprüft. Denn wenn sich die Tiere am Lockstock reiben, bleiben an der rauen Oberfläche Haare hängen, die gesammelt und im Labor analysiert werden.

Die Europäische Wildkatze ist eine echte Ureinwohnerin Europas. Sie lebt zurückgezogen in naturnahen Wäldern. Zu Beginn der 20. Jahrhunderts fast ausgerottet, gibt es in Deutschland heute schätzungsweise 5.000 bis 7.000 Exemplare.

„Die größte Bedrohung der Wildkatze ist die Zerschneidung und Verarmung ihres Lebensraums durch strukturarme landwirtschaftliche Monokulturen, Straßen und Siedlungen“, so Christoph Hassel. „Damit sie und viele andere gefährdete Tiere eine echte Überlebenschance haben, braucht es dringend ein Netzwerk an verbundenen Wäldern und die Möglichkeit, gefahrlos Straßen zu überwinden. Im Saarland gibt es noch keine einzige Grünbrücke. Diese würde nicht nur der Wildkatze helfen“, so Hassel. „Wir vom BUND fordern eine ‚grüne Infrastruktur‘ für Deutschland.“

Weitere Informationen:
www.bund.net/wildkatze

Grafiken zur Verbreitung der Wildkatze und Pressefotos:
www.bund.net/wildkatzenfotos (Das Copyright entnehmen Sie bitte der Fotobeschreibung.)

Pressekontakt:
Dr. Martin Lillig
BUND Saar
Evangelisch-Kirch-Straße 8
66111 Saarbrücken
info@bund-saar.de
0681 813700



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