BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


19. Februar 2014

BUND Saar kritisiert Bauernverband Willen der Bevölkerung wird ignoriert Plädoyer für eine gentechnikfreie Anbauregion Saarland

Auch eine Woche nach der Entscheidung ist der BUND Saar enttäuscht, besorgt und verärgert über das Abstimmungsergebnis im Rat der EU-Staaten bezüglich der Genehmigung des genmanipulierten Maises „1507“ des US-Konzerns Pioneer. Da es keine ausreichende Mehrheit (bei Enthaltung der Bundesregierung!) für ein Verbot gab, muss die EU-Kommission den Anbau dieses Maises, der ein Gift gegen den Maiszünzler produziert und resistent gegen das Herbizid Glufosinat ist, erlauben.

Besonders ärgerlich für den BUND Saar ist die aufgeschlossene Haltung des saarländischen Bauernverbandes gegenüber der Gentechnik auf dem Acker. Sein Geschäftsführer Hans Lauer sieht im genmanipulierten Mais eine Chance, die Pflanzen resistenter zu machen. Die saarländischen Bauern sollten nicht vergessen, dass sie Lebens- und Futtermittel in einem Land anbauen, in dem sich die Bevölkerung mit großer Mehrheit gegen genmanipulierte Pflanzen auf dem Acker ausgesprochen hat.

Der Anbau dieses Maises ist riskant:
• Eine Kontamination benachbarter Äcker kann nicht ausgeschlossen werden.
• Das in allen Pflanzenteilen enthaltene Insektengift kann auch für andere wildlebende Insekten tödlich sein.
• Beim Anbau von glufosinatresistenten Nutzpflanzen steigt der Einsatz dieses Giftes, mit dem alle anderen „Unkräuter“ beseitigt werden. Ein Rückgang der Artenvielfalt und Glufosinatrückstände im Grundwasser sind zwangsläufig die Folge.

„Wenn es darum geht, die Interessen der deutschen Autokonzerne in Brüssel zu verteidigen, kann sich unsere Bundeskanzlerin sehr erfolgreich durchsetzen. Obwohl eine große Mehrheit der Deutschen gegen den Einsatz genmanipulierter Pflanzen ist, hat sich die Bundesregierung nur zu einer Enthaltung durchringen können. Die Gentechnikkonzerne werden ihr dankbar sein“, so Michael Grittmann, stellvertretender Vorsitzender des Bund Saar.

Das Saarland ist eine gentechnikfreie Anbauregion und soll es auch in Zukunft bleiben. Ob daher die geplante Ausstiegsklausel für Bundesländer, wie sie von Bund und Land ins Spiel gebracht wurde, wirklich Gentechnik von unseren Äckern fernhalten kann, bleibt abzuwarten.


(Michael Grittmann)
Stellv. Landesvorsitzender BUND Saar


Quelle: http://www.bund-saar.de/nc/presse/presseerklaerungen_landesverband/detail/browse/6/artikel/bund-saar-kritisiert-bauernverband-willen-der-bevoelkerung-wird-ignoriert-plaedoyer-fuer-eine-gentec/