BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


2. April 2015

Umweltentlastung für das Saartal BUND begrüßt Pläne zur Schließung des Kraftwerks Ensdorf Energiewende weiter vorantreiben

Unlängst hatte die VSE angekündigt, dass sie ihre alten Steinkohlenkraftwerke am Standort Ensdorf schließen möchte. Der BUND Saar begrüßt diese Ankündigung und hofft, dass sie auch bald in die Tat umgesetzt wird.

Eine Stilllegung der alten Kraftwerksblöcke würde auch zu einer Verbesserung der Luftqualität im Saartal beitragen. Denn neben dem klimaschädigenden CO2 stoßen die alten Kraftwerksblöcke auch Feinstaub und andere Schadstoffe (u.a. Schwermetalle) aus, die Mensch und Umwelt belasten.

Eine Stilllegung würde aber auch die saarländischen Strombürger entlasten. Durch den „Kraftwerksdeal“ mit der VSE – sprich die Verpachtung eines Blockes des Kohlekraftwerks in Ensdorf zur Eigenstromerzeugung an Saarstahl – spart nach Berechnungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) dem Unternehmen einen Betrag von über 20 Millionen Euro EEG-Umlage im Jahr, der von allen Stromkunden getragen werden muss.

„Die Betreiber des Kraftwerks Ensdorf scheinen die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und sehen in der Kohleverstromung wohl keine Zukunftsoption mehr. Angesichts der im Dezember in Paris stattfindenden Klimakonferenz ist dies ein hoffnungsvolles Zeichen, um auch im Saarland einen schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung einzuleiten, dem sich auch die Landesregierung nicht verschließen kann. Statt nach einer Zukunftsoption für die Steinkohlekraftwerke zu suchen, sollte die Energiewende und der Ausbau der erneuerbaren Energien entschlossen nach vorne gebracht werden“, so Christoph Hassel, Landesvorsitzender des BUND Saar.

In der Diskussion über den zukünftigen Strommarkt lehnt der BUND daher die Einführung eines Kapazitätsmarktes ab. Zu groß ist nach derzeitigem Sachstand die Gefahr einer falschen Weichenstellung zugunsten des konventionellen Kraftwerkparks, insbesondere von Kohlekraftwerken, mit entsprechend negativen Auswirkungen für den Klimaschutz und die Energiewende. Aus Sicht des BUND müssen die erneuerbaren Energien im Zentrum eines künftigen Stromsystems und auch eines Strommarktes stehen.

„Es gilt jetzt, den Trend aus dem Jahr 2014 mit sinkenden CO2-Emissionen, den das Umweltbundesamt vermeldet hat, zu verstetigen. Dies kann nur gelingen, wenn die Stromerzeugung aus Kohlekraftwerken weiter zurückgefahren wird und stärkere Anreize bei der energetischen Gebäudesanierung gesetzt werden“, so Hassel.

(Christoph Hassel)
Landesvorsitzender


Quelle: http://www.bund-saar.de/nc/presse/presseerklaerungen_landesverband/detail/browse/5/artikel/umweltentlastung-fuer-das-saartal-bund-begruesst-plaene-zur-schliessung-des-kraftwerks-ensdorf-energ/