BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


31. Juli 2015

Abfallpolitische Ziele nicht aus den Augen verlieren Weitere Potenziale der Restmüllreduzierung nutzen

Nach Ansicht des BUND Saar sind die beiden bislang praktizierten Abfallgebührensysteme dazu geeignet, die Restmüllmenge in den saarländischen Haushalten zu reduzieren, wie die Erfahrungen aus den letzten Jahren gezeigt haben. Im Vergleich zum Leerungszählsystem führt die Verwiegung des Abfalls zu einer etwas stärkeren Reduzierung der Restmüllmenge (durchschnittlich rund 108 Kilogramm pro Einwohner im Jahr bei den „Verwiegekommunen“ zu rund 141 Kilogramm pro Einwohner im Jahr bei den „Leerungskommunen“).

Bei aller Diskussion um die beiden Gebührensysteme darf man die abfallpolitischen Ziele vor allem hinsichtlich einer weiteren Reduzierung der Restmüll-menge und Wiederverwertung von Wertstoffen sowie Nutzung der Wertstoffhöfe nicht aus den Augen verlieren. Dass es hier noch Potenziale gibt, haben die (Nicht-)EVS-Kommunen (Eigenregie) im Saarland gezeigt, die den Abfall in den letzten Jahren verwogen haben. Der BUND Saar schätzt dieses EVS-Potenzial auf 15.000 bis 20.000 Tonnen im Jahr. Dabei dürfen Kommunen, die ihren Müll weiter verwiegen wollen, nicht benachteiligt werden.

Hinsichtlich der Kostenentwicklung und künftigen Gebührenhöhe muss beobachtet werden, wie sich der Fixkostenanteil durch den Wegfall der Müllverbrennungsanlage Neunkirchen und wie Erlöse aus der Verwertung von Papier und anderen Wertstoffen sowie weitere Kosteneinsparungen/Verbesserungen sich auf den Gebührenbedarf auswirken. Eventuell ergeben sich hier auch Möglichkeiten für eine Senkung der Müllgebühren.

Der EVS und seine Kommunen sind in der Pflicht, weiter verstärkt alle sinnvollen Maßnahmen zu ergreifen und Anreize zu setzen, um die Restmüllmenge im Saarland zu reduzieren. Die Entsorgungskapazitäten im Land müssen sich dem verändernden Müllaufkommen anpassen und nicht umgekehrt. Die Hauptverantwortung trägt aber letztlich der Bürger selbst. Er hat es in der Hand, durch entsprechendes Verhalten beim Einkauf/Konsum, beim sinnvollem Trennen des Mülls und Nutzung der Wertstoffhöfe sein Restmüllaufkommen zu verringern. Das ist ökologisch, nachhaltiger und spart letztlich nicht nur Abfallgebühren.



(Christoph Hassel)                                (Werner Schmitt)
Landesvorsitzender BUND Saar            Abfallexperte BUND Saar


Quelle: http://www.bund-saar.de/nc/presse/presseerklaerungen_landesverband/detail/browse/4/artikel/abfallpolitische-ziele-nicht-aus-den-augen-verlieren-weitere-potenziale-der-restmuellreduzierung-nut/