BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


6. Juli 2016

BUND Saar nimmt Stellung Ökologische Leitplanken müssen beachtet werden Windparkplanung in Überherrn umwelt- und naturverträglich

In der Diskussion um den geplanten Windpark auf dem bewaldeten Höhenzug zwischen den Gemeinden Überherrn und Wadgassen hat der BUND Saar im Rahmen des laufenden Genehmigungsverfahrens zu dem Vorhaben Stellung bezogen. Geplant sind die Errichtung und der Betrieb von bis zu 6 Windenergieanlagen mit einer Gesamthöhe von rund 200 Metern und einer Leistung von jeweils 3,3 MW in den beiden Gemeinden. In der Bewertung hält der BUND Saar bei Einhaltung gewisser ökologischer Leitplanken das Vorhaben für umwelt- und naturverträglich.

„Wenn wir es ernstnehmen mit dem Ausstieg aus der Atomkraftnutzung und dem Klimaschutz, müssen wir im Saarland die erneuerbaren Energien und dabei auch die Windkraftnutzung weiter ausbauen. Werden dabei ökologische Leitplanken beachtet, ist an vielen Stellen im Saarland eine Windkraftnutzung umwelt- und naturverträglich möglich“, so Christoph Hassel, Landesvorsitzender des BUND Saar.

So ist bei dem geplanten Windpark nach Einschätzung des BUND Saar nicht mit einer signifikanten Beeinträchtigung windkraftempfindlicher Vogelarten wie Rotmilan und Uhu zu rechnen. Zudem sollten an Massenzugtagen des Kranichs und schlechtem Wetter die Anlagen abgeschaltet werden. So kann verhindert werden, dass dann tieffliegende Kraniche mit den Rotoren kollidieren. Werden zum Schutz der Fledermäuse in Abhängigkeit von bestimmten äußeren Umweltbedingungen Abschaltzeiten für die Windkraftanlagen festgelegt, lässt sich das Tötungsrisiko für relevante Fledermausarten stark reduzieren. Da der geplante Windpark im Wald errichtet werden soll, müssen die dafür dauerhaft in Anspruch genommenen Waldflächen gemäß den gesetzlichen Bestimmungen an anderer Stelle wieder 1:1 aufgeforstet werden, was auch geschehen solle. So wird sich die Waldfläche insgesamt betrachtet nicht verringern. Zudem werden auch der ökologische Eingriff und Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes durch entsprechende Maßnahmen ausgeglichen.

„Ein wichtiges Anliegen ist für uns die finanzielle Absicherung des Rückbaus der Anlagen nach deren Nutzungsende. Hier ist es geübte Praxis, dass von der Genehmigungsbehörde eine auskömmliche Rückbaubürgschaft festgesetzt. Ein solche Regelung hätte man sich im Übrigen auch bei der Nutzung der Atomenergie gewünscht, wenn man an die Diskussion der Lagerung des Atommülls denkt“, so Hassel.

Durch technische Vorrichtungen zur Leistungsreduzierung der Anlagen und Abschaltautomatik können die Anlagen so betrieben werden, dass die relevanten Richtwerte für den Lärmschutz und den Schattenschlag eingehalten werden können. Bezüglich der oft diskutierten Infraschallproblematik liegen nach Ansicht BUND Saar keine wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse vor, wonach aus den von den Anlagen verursachten Infraschall gesundheitsschädliche Auswirkungen für den Menschen hergeleitet werden können. Bereits in relativ kurzer Entfernung zu den Anlagen kommt es zu einer Überlagerung mit natürlichen, ggfls. auch künstlichen Infraschallquellen.

(Christoph Hassel)
Landesvorsitzender


Quelle: http://www.bund-saar.de/nc/presse/presseerklaerungen_landesverband/detail/browse/2/artikel/bund-saar-nimmt-stellung-oekologische-leitplanken-muessen-beachtet-werden-windparkplanung-in-ueberhe/