BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


28. Oktober 2016

Wildkatzen auf Wanderschaft BUND ruft jetzt zu besonderer Achtsamkeit auf den Straßen auf

Saarbrücken, 28.10.2016. Junge Europäische Wildkatzen begeben sich in diesen Wochen auf die Suche nach neuen Revieren. Deshalb ruft der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) jetzt besonders zu Achtsamkeit im Straßenverkehr auf, insbesondere in waldreichen Gegenden. Besonders zahlreich sind die Wildkatzen im Nordsaarland, aber auch im Warndt und im Bliesgau. „Der Tod an der Straße ist die häufigste Todesursache der seltenen Wildkatzen“, so Christoph Hassel, Landesvorsitzender des BUND Saar.

Wildkatzen sind vor allem nachtaktive Tiere, die häufig in der Dämmerung und Dunkelheit jagen und wandern. „Durch ihre großen und sehr lichtempfindlichen Augen benötigen sie nur 1/6 der Lichtmenge, die ein menschliches Auge benötigen würde. Daher ist die Gefahr für Wildkatzen, durch Scheinwerfer, zumal bei Fernlicht, geblendet zu werden, recht groß“, erläutert Hassel.

Die Wildkatze hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland weiter ausgebreitet. Sie ist mittlerweile in weiten Teilen Mittel- und Süddeutschlands heimisch. Im Saarland konnte sie in den vergangenen Jahren, auch mit Hilfe der Untersuchungen des BUND Saar, in den meisten Wäldern nachgewiesen werden.

Der BUND setzt sich deutschlandweit für den Schutz der seltenen Art ein, indem er die Lebensräume wieder miteinander vernetzt. Es werden zum Beispiel Verbindungen aus Bäumen und Büschen, sogenannte „grüne Korridore“, zwischen Wildkatzenwälder gepflanzt, die ihr Schutz und Deckung bei der Eroberung neuer Lebensräume bieten. Nur bei einer gut vernetzten Landschaft haben seltene Arten wie die Wildkatze eine langfristige Überlebenschance. Die Gefahren durch genetische Verarmung und die Anfälligkeit für Krankheiten oder harte Winter werden durch diesen Lebensraumverbund wesentlich gemindert. Das Generationenprojekt „Rettungsnetz Wildkatze“ des BUND zielt deshalb auf einen bundesweiten Verbund an Wäldern von insgesamt 20.000 Kilometern Länge ab.

Im Saarland ist weniger die fehlenden Verbindungen zwischen den Wäldern das Problem, als vielmehr die überdurchschnittlich starke Zerschneidung durch Verkehrswege. Daher ist ein achtsames Verhalten der Autofahrer besonders wichtig.

Der BUND-Tipp: Achten Sie besonders in waldreichen Gegenden und in der Dämmerungszeit auf die Geschwindigkeitsbegrenzungen und Wildwechsel-Verkehrsschilder. Behalten Sie den Straßenrand rechts und links im Auge. Blenden Sie nicht das Fernlicht auf, wenn ein Tier zu sehen ist, sondern hupen Sie.


Weitere Informationen:
www.bund.net/wildkatze

Grafiken zur Verbreitung der Wildkatze und Pressefotos:
www.bund.net/wildkatzenfotos (Das Copyright entnehmen Sie bitte der Fotobeschreibung.)


Quelle: http://www.bund-saar.de/nc/presse/presseerklaerungen_landesverband/detail/browse/1/artikel/wildkatzen-auf-wanderschaft-bund-ruft-jetzt-zu-besonderer-achtsamkeit-auf-den-strassen-auf/