BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


5. Oktober 2016

BUND Saar zur Diskussion Windkraftnutzung über Wald BUND Saar lehnt Windräder im Wald nicht grundsätzlich ab Ökologische Leitplanken müssen beachtet werden Antrag der Linksfraktion im Landtag wird abgelehnt

„Wenn wir den Ausbau der erneuerbaren Energien aus Gründen des Klimaschutzes ernst nehmen, werden wir nicht umhin kommen, die Windkraftnutzung auch im saarländischen Wald zu tolerieren. Ansonsten kann das Klimaschutzziel der saarl. Landesregierung beim Ausbau der erneuerbaren Energien nicht mehr erreicht werden. Wer wie die saarl. Linksfraktion die Windkraftnutzung nicht nur im Wald generell ablehnt, hat den Klimaschutz aus den Augen verloren und torpediert die Energiewende“, so Christoph Hassel, Landesvorsitzender des BUND Saar

Wie sehen diese Leitplanken aus Sicht des BUND Saar aus?

In waldbestockten Naturschutzgebieten, FFH-Gebieten, Kern- und Pflegezonen von Biosphärenreservaten dürfen keine Windenergieanlagen errichtet werden. Die Auswahl von konkreten Standorten für Anlagen sollte sich nach Möglichkeit auf naturferne Waldbestände beschränken, ökologisch wertvolle alte Laubholzbestände sind auszuklammern. Erforderliche Rodungsarbeiten sind auf das absolut notwendige Maß zu beschränken. Dauerhaft von der Windkraftnutzung in Anspruch genommene Waldflächen für Fundamente oder Stellflächen sind grundsätzlich 1:1 an anderer Stelle wieder neu aufzuforsten, so dass die Waldfläche sich insgesamt nicht verringert. Nach Nutzungsende der Anlagen muss deren Rückbau durch entsprechende Bürgschaften abgesichert sein. Auch die Belange des Arten- und Naturschutzes sind nicht nur bei Waldstandorten zu beachten sowie Schutzmaßnahmen für die Wildkatze, die Festlegung fledermausfreundlicher Abschaltzeiten für die Anlagen, Abstandsempfehlungen zu windkraftsensiblen Vogelarten und die Bestellung einer ökologischen Baubegleitung.

Der BUND Saar appelliert für mehr Sachlichkeit bei diesem Thema. Von den rund 94.000 Hektar Waldfläche im Saarland eignet sich nur ein geringer Anteil auch tatsächlich für die Windkraftnutzung. Wer hier von einer Zerstörung des saarl. Waldes spricht, macht sich in hohem Maße unglaubwürdig.

Nach Einschätzung des BUND Saar werden im Saarland diese ökologischen Leitplanken sowohl bei der Ermittlung der Flächenkulisse für die Windkraftnutzung im Rahmen der Flächennutzungsplanung als auch in den Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionschutzgesetz (BImSchG) in hohem Maße beachtet und umgesetzt. Bevor ein Windpark genehmigt wird, muss dieser einen aufwendigen Genehmigungsprozess durchlaufen, bei der intensiv die Auswirkungen auf Umwelt, Mensch und Natur geprüft werden (Umweltverträglichkeit). Nur wenn alle relevanten Richtwerte, Vorschriften und Bestimmungen eingehalten werden können, ist ein Windpark überhaupt genehmigungsfähig.


(Christoph Hassel)
Landesvorsitzender BUND Saar


Quelle: http://www.bund-saar.de/nc/presse/presseerklaerungen_landesverband/detail/browse/1/artikel/bund-saar-zur-diskussion-windkraftnutzung-ueber-wald-bund-saar-lehnt-windraeder-im-wald-nicht-grund/