BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


29. November 2016

BUND Saar appelliert an Gemeinde- und Stadträte Das Klimaschutzabkommen von Paris gilt für uns alle Erneuerbare Energien weiter ausbauen

Eine klare Mehrheit der Politiker, Wissenschaftler und Vertreter der Industrie sind sich einig, dass der Schutz der Erdatmosphäre zu den größten Herausforderungen der Staatengemeinschaft gehört. Es ist aber auch nach Ansicht des BUND Saar sehr wichtig, dass die Bevölkerung bereit ist, wirksame Maßnahmen zu akzeptieren, die den Einsatz fossiler Energieträger nach und nach verringern. Neben Maßnahmen der Energieeinsparung und effizienten Nutzung gehört dazu auch der Ausbau der erneuerbaren Energien in allen Sektoren – darunter auch die Windkraftnutzung als eine effiziente Form der erneuerbaren Energieerzeugung.  

Mit großer Sorge stellt der BUND-Saar eine von Polemik und falschen Argumenten geprägte Stimmungsmache gegen die Nutzung der Windenergie und damit auch gegen die Energiewende und Klimaschutz  fest. Die AfD hat als erste Partei in ihrem Wahlprogramm das Ende des Ausbaus von Windparks und eine Laufzeitverlängerung von Atom- und Kohlekraftwerken festgelegt. Bei dem  Auftritt von Enoch zu Guttenberg  bei einer Veranstaltung der Linken in Saarlouis am 3.11.2016 ist deutlich geworden, dass jetzt auch die Linken im Saarland die Windkraftgegner als potentielle Wähler entdeckt haben. Mittlerweile gehen auch immer mehr Mitglieder von Orts- und Gemeinderäten aus CDU, SPD und FDP dazu über, aus Angst um den Verlust von ein paar Wählerstimmen das Einvernehmen zu geplanten Windparks nicht herzustellen. Antiwindkraftinitiativen können dabei einen  erheblichen Druck auf kommunale Entscheidungsträger ausüben.

"Wenn das Klimaschutzabkommen von Paris wirklich ernst genommen wird, dürfen ab dem Jahr 2040 keine fossilen Energieträger mehr zur Stromerzeugung eingesetzt werden. 88 Prozent der Kohle, 33 Prozent des Erdöls und 50% des Erdgases müssen im Boden bleiben und dürfen nicht mehr genutzt werden", so Michael Grittmann, stellvertretender Vorsitzender des BUND Saar.

Um einen naturverträglichen Ausbau der Windenergienutzung wird daher kein Weg vorbei führen. Die Errichtung von Windrädern ist im Saarland an so viele Auflagen gebunden, dass die von den Windkraftgegnern vorgetragenen Sorgen in vielen Fällen unbegründet sind. Die Energiewende wird aber nicht gelingen, wenn  alle Anwohner, in deren Sichtweite Windräder geplant sind, gleich Antiwindkraftinitiativen gründen.

Der BUND Saar appelliert daher an die Gemeinde- und Stadträte weiter standhaft zu bleiben. Nie war das Motto „global denken, lokal handeln“ so wichtig wie heute. Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien und der Windkraftnutzung leisten wir einen wichtigen lokalen Beitrag für den Klimaschutz und die globale Gerechtigkeit.


(Christoph Hassel)
Landesvorsitzender BUND Saar


Quelle: http://www.bund-saar.de/nc/presse/presseerklaerungen_landesverband/detail/browse/1/artikel/bund-saar-appelliert-an-gemeinde-und-stadtraete-das-klimaschutzabkommen-von-paris-gilt-fuer-uns-al/