BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


21. November 2013

„Wolfsmilchschwärmer“ ist Schmetterling des Jahres 2014

Schmetterling des Jahres 2014 ist der Wolfsmilchschwärmer (Hyles euphorbiae). Die Naturschutzstiftung des nordrhein-westfälischen BUND-Landesverbandes und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben ihn dazu gekürt, um auf den starken Rückgang des Falters aufmerksam zu machen. In den 1960er Jahren kam der Wolfsmilchschwärmer in Deutschland sehr viel häufiger vor als heute. Mittlerweile ist er aus vielen Regionen komplett verschwunden. Auch im Saarland gibt es nur noch sehr wenige Fundorte. Im Jahr 2013 wurde der Wolfsmilchschwärmer lediglich ein einziges Mal, und zwar in Dudweiler, gesehen. „Ursache für den Rückgang des Schmetterlings ist der zunehmende Verlust nährstoffarmer, trockener und warmer Standorte wie sonnenexponierte Böschungskanten oder Schaftriften, auf denen die Zypressen-Wolfsmilch, Nahrungspflanze der Wolfsmilchschwärmer-Raupen, in größeren Mengen wachsen. Ursächlich hierfür sind Nährstoffeinträge aus Landwirtschaft, Industrie und Verkehr sowie die Aufgabe der Schafbeweidung, Aufforstung trockener, warmer und offener Standorte und kurioserweise sogar die Umstellung der Deutschen Bundesbahn vor Dampf- auf Diesel- und E-Lok, was zu einem veränderten Bewuchs der Bahndämme führte, die somit jetzt als Biotopverbundachsen für den Wolfsmilchschwärmer ausfallen“, so Christoph Hassel, Landesvorsitzender des BUND Saar.

Deutschlandweit gilt der Wolfsmilchschwärmer als „gefährdet, im Saarland, wo er vermutlich noch nie wirklich häufig war, gar als „vom Aussterben bedroht“.

Wolfsmilchschwärmer haben eine Flügelspannweite von etwa acht Zentimetern und gehören damit zu den größeren Nachtfaltern. Mit Beginn der Dämmerung schwirren sie ähnlich wie Kolibris vor den Blüten, nur die Vorderbeine stellen den Kontakt her während sie den Nektar mit ihrem langen Rüssel saugen. Die Vorderflügel der Schmetterlinge sind hellbraun mit dunkleren Bereichen, die Hinterflügel hingegen sind auffällig rot, schwarz und weiß gefärbt. Werden sie gestört, zeigen sie diese Hinterflügel, um mögliche Feinde abzuschrecken.

Die Falter des Wolfsmilchschwärmers fliegen von Ende Mai bis Juli, in extrem warmen Gegenden bildet sich auch eine zweite Generation aus. Die blaugrün schimmernden Eier sind etwa einen Millimeter groß und werden in kleinen Gruppen an die Blätter der Zypressen-Wolfsmilch abgelegt. Diese Pflanze enthält zwar Giftstoffe, die Raupen werden davon jedoch nicht geschädigt. Die noch jungen Raupen sind grünlich gefärbt und nachtaktiv. Je größer sie werden, desto bunter werden sie, ein deutliches Zeichen, daß sie durch das Fressen der „giftigen“ Pflanzen ungenießbar geworden sind und somit auch tagsüber fressen können. Ihr rotes hinteres Horn mit seiner schwarzen Spitze ähnelt einem Stachel. Wolfsmilchschwärmer überwintern als Puppen am Erdboden zwischen Pflanzenteilen.

Das Verbreitungsgebiet des Wolfsmilchschwärmers erstreckt sich von Nordafrika über weite Teile Europas und Asiens bis nach China.

Seit 2003 wird der „Schmetterling des Jahres" von der Stiftung des nordrhein-westfälischen Landesverbandes des BUND gekürt, um auf die biologische Vielfalt – und ihre Bedrohung – aufmerksam zu machen.

Druckfähige Fotos von Ei, Raupe, Puppe und ausgewachsenem Schmetterling finden Sie kostenlos im Internet unter www.bund-nrw-naturschutzstiftung.de.

Pressekontakt: BUND Saar, Tel.: 0681-813700, E-Mail: info@bund-saar.de


Quelle: http://www.bund-saar.de/nc/presse/presseerklaerungen_landesverband/detail/artikel/wolfsmilchschwaermer-ist-schmetterling-des-jahres-2014/