BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


31. März 2015

Windkraftnutzung im Biosphärenreservat Bliesgau Argumentation der Windkraftgegner oft verlogen BUND Saar fordert: Naturverträglichen Ausbau voranbringen

In der Diskussion über die Windkraftnutzung im Bliesgau plädiert der BUND Saar für einen naturverträglichen Ausbau dieser umweltfreundlichen, regenerativen Energieform. Die selbstgesteckten Klimaschutzziele hinsichtlich der Reduzierung des CO2-Ausstoßes, auf die sich die Kommunen im Biosphärenreservat verpflichtet haben, können nur erreicht werden, wenn auch die Windkraft stärker genutzt wird. Für den BUND Saar soll der Bliesgau auch zu einer Klimaschutzregion entwickelt werden, in der modellhaft Lösungen und Beiträge für den Klimaschutz und die Energiewende entwickelt und umgesetzt werden sollen.

Hart geht der BUND Saar mit den Windkraftgegnern im Bliesgau ins Gericht. „Die Argumentation vieler Windkraftgegner ist nicht mehr nachvollziehbar und oft verlogen. Anscheinend werden lieber die Auswirkungen und Gefahren einer fossil-atomaren Stromerzeugung in Kauf genommen, als hier in der Region Verantwortung für den Klimaschutz und für das Gelingen der Energiewende zu übernehmen. Eine naturverträgliche Nutzung der Windenergie ist bei Beachtung von ökologischen Leitplanken auch im Bliesgau möglich. Entsprechende Potenziale müssen endlich verantwortungsbewusst und im Sinne einer regionalen Wertschöpfung genutzt werden. Windkraftnutzung und der Biosphärengedanke schließen sich nicht aus“, so Christoph Hassel, Landesvorsitzender des BUND Saar.

Bei der Standortwahl, aber auch später beim Betrieb von Windrädern lässt sich durch entsprechende Auflagen die Windkraft an vielen Stellen so nutzen, dass sie umwelt- und naturverträglich ist. Keine Windräder dürfen nach Ansicht des BUND Saar in den Kern- und Pflegezonen des Biosphärenreservats und den Naturschutzgebieten errichtet werden. Eine Errichtung von Windrädern in Wäldern schließt der BUND nicht prinzipiell aus. Dort sollten vor allem alte Baumbestände geschont werden und die Eingriffe bei der Erschließung und Standortwahl so gering wie möglich gehalten werden. Durch die Windkraftnutzung dauerhaft in Anspruch genommene Waldflächen werden im Saarland in der Regel wieder 1:1 neu aufgeforstet.

Auch durch Auflagen können die Anlagen so betrieben werden, dass die Auswirkungen auf Mensch, Natur und Umwelt verträglich sind. Durch entsprechende Abschaltzeiten in der Nacht beispielsweise können die Auswirkungen auf windkraftsensible Fledermausarten stark reduziert werden. Das gilt für den Rotmilan und auch den Kranich. Hinsichtlich des Schutzes von durchziehenden Kranichen können bei Witterung mit schlechter Sicht, vor allem bei Nebel und Starkregen, an Massenzugtagen die Windräder zeitweise abgeschaltet werden. Werden womöglich relevante Richtwerte bezüglich der Lärmemissionen überschritten, können die Anlagen insbesondere in den Nachtstunden in einen lärmreduzierten Betriebsmodus geschaltet werden. Ähnliches gilt auch für den Schattenschlag, wo durch eine programmierbare Abschaltung der Anlagen so betrieben werden können, dass relevante Richtwerte eingehalten werden können.

(Christoph Hassel)
Landesvorsitzender


Quelle: http://www.bund-saar.de/nc/presse/presseerklaerungen_landesverband/detail/artikel/windkraftnutzung-im-biosphaerenreservat-bliesgau-argumentation-der-windkraftgegner-oft-verlogen-bund/