BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


11. März 2015

Vier Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima: Viele Probleme sind noch immer nicht gelöst Energiewende in der Region voranbringen

Vier Jahr nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima sind noch immer viele Probleme nicht gelöst. Die meisten der geschmolzenen Brennstäbe sind bis heute nicht gefunden worden und konnten demnach noch nicht geborgen werden. Auch die Strahlung an den Reaktoren 1, 2 und 3 ist nach wie vor so hoch, dass man sich ihnen nur mit ferngesteuerten Geräten nähern kann. Mittlerweile sind etwa 200 000 Tonnen hoch radioaktives Wasser in besonderen Becken aufgefangen worden. Der unterirdische Eisring, der das Eindringen von Grundwasser in die Reaktorgebäude verhindern soll, wird erst im nächsten Jahr fertig sein. Besonders problematisch ist die Situation der mit den Aufräumarbeiten beschäftigten Arbeitern. Wenn Subunternehmen mit angeheuerten Gastarbeitern hier zum Einsatz kommen, ist für die eingesetzten Arbeitskräfte mit dem Schlimmsten zu rechnen.

Die Reaktorkatastrophe von Fukushima erinnert uns im Saarland auch daran, dass unmittelbar hinter der Grenze die störungsanfälligen Atomreaktoren in Cattenom weiterhin in Betrieb sind. Hier gab es in diesem Jahr bereits fünf Störfälle. Der BUND Saar setzt sich schon seit vielen Jahren dafür ein, dass diese Atomreaktoren abgeschaltet werden. „Wir erwarten von der Landesregierung, dass sie in Berlin noch mehr Druck auf die Bundesregierung ausübt, damit ein Abschalten dieser Reaktoren auf Regierungsebene stärker thematisiert wird“, so Michael Grittmann, stellv. Landesvorsitzender des BUND Saar.

Die Reaktorkatastrophe mahnt uns aber auch, dass wir bei der Energiewende und dem Ausbau der erneuerbaren Energien weiter voranschreiten müssen. Nur so schaffen wir in Deutschland den Ausstieg aus der gefährlichen Atomenergienutzung und klimaschädlichen Stromerzeugung in Kohlekraftwerken.

„Auch im Saarland muss die Landesregierung weiter Kurs halten in Richtung Energiewende, auch wenn die Rahmenbedingungen sich für den Ausbau der erneuerbaren Energien im Jahr 2014 verschlechtert haben und sich Bürgerinitiativen gegen die weitere Nutzung der Windenergie stellen. Die Energiewende darf nicht scheitern. Die Potenziale in der Region müssen im Sinne einer regionalen Wertschöpfung entschlossen genutzt werden“, so Christoph Hassel, Landesvorsitzender des BUND Saar.


(Christoph Hassel)                    (Michael Grittmann)
Landesvorsitzender                    Stellv. Landesvorsitzender


Quelle: http://www.bund-saar.de/nc/presse/presseerklaerungen_landesverband/detail/artikel/vier-jahre-nach-der-reaktorkatastrophe-von-fukushima-viele-probleme-sind-noch-immer-nicht-geloest-e/