BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


24. November 2016

„Goldene Acht“ ist Schmetterling des Jahres 2017 Schmetterling des Jahres im Saarland mit Abwärtstrend

Die „Goldene Acht“ ist Schmetterling des Jahres 2017.
Gekürt wurde der Falter mit dem wissenschaftlichen Namen Colias hyale von der BUND NRW Naturschutzstiftung und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), um auf den Rückgang des Falters aufmerksam zu machen.

Bundesweit gilt der Schmetterling des Jahres 2017 noch als ungefährdet, in einigen Bundesländern jedoch steht er bereits auf der Roten Liste als gefährdet. „Im Saarland ist die Goldene Acht zwar noch häufig. Ihre Bestände sind jedoch bereits stark zurückgegangen. Daher steht der Schmetterling im Saarland auf der Vorwarnliste der vom Aussterben bedrohten Arten“, so Christoph Hassel, Vorsitzender des BUND Saarland.

Die Raupen der Goldenen Acht ernähren sich vorwiegend von Luzerne und Klee und brauchen naturnahe blütenreiche Wiesen oder Weiden. „Mit der Intensivierung der Landwirtschaft schwindet der Lebensraum der Goldenen Acht zusehends“, sagte Jochen Behrmann von der BUND NRW Naturschutzstiftung. „Luzerne und Klee werden kaum noch als Gründünger oder Viehfutter angebaut. Stattdessen wird heute mit Gülle und Kunstdünger gedüngt, und Importsoja dient als Viehfutter. Das verändert auch die Welt der Falter zum Schlechten“, sagte Behrmann. Die Falter sind von Mai bis Oktober zu beobachten. Ihre Flügelspannweite beträgt etwa vier Zentimeter. Die Männchen weisen eine gelbe und die Weibchen eine grünlich-weiße Färbung auf. Charakteristisch sind der namensgebende achtförmige, rot umrandete Fleck auf der Flügel-Unterseite, die dunkle Randbinde sowie die schwarzen und orangefarbenen Flecken.

Die „Goldene Acht“ ist in Mittel- und Osteuropa sowie in den gemäßigten Zonen Asiens verbreitet und in Aussehen und Größe sehr variabel. Als Wanderfalter legt sie nicht selten mehrere hundert Kilometer zurück. Über das Jahr bringt die Art drei oder sogar vier Generationen hervor, die als Raupen überwintern. Der Falter ist auch unter vielen anderen Namen bekannt, darunter „Posthörnchen“, „Weißklee-Gelbling“, „Gelber Heufalter“, „Gemeiner Heufalter“ oder auch „Kleegelbling“. Das deutet darauf hin, dass die „Goldene Acht“ früher sehr häufig vorkam.
Die „Goldene Acht“ ist als ausgewachsener Schmetterling auch von Fachleuten nicht leicht von dem nahe verwandten Hufeisenklee-Gelbling zu unterscheiden. Die beiden Arten gelten als Zwillingsarten. Die Unterscheidung gelingt am besten bei den älteren Raupen: Während die Raupen des Hufeisenklee-Gelblings vier auffällige gelbe Längslinien mit schwarzen Flecken zeigt, besitzen die Raupen der „Goldenen Acht“ nur zwei dünne gelbliche Seitenlinien.

Der BUND und die BUND NRW Naturschutzstiftung küren seit 2003 den Schmetterling des Jahres, um auf die Bedeutung und Bedrohung der Schmetterlinge aufmerksam zu machen. Nur ein Drittel der Tag- und die Hälfte der Nachtfalterarten in Deutschland sind noch ungefährdet.
Pressefotos stehen zur Berichterstattung über den Schmetterling des Jahres zu den entsprechenden Nutzungsrechten (kostenlose Verwendung bei Nennung des Bildautors Heiner Ziegler zu Pressezwecken) zum Download bereit:

 http://www.bund-nrw-naturschutzstiftung.org/fileadmin/bundgruppen/bcmslvnrwnaturschutz/Schmetterling_des_Jahres_2017/goldene_acht_imago.jpg


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Quelle: http://www.bund-saar.de/nc/presse/presseerklaerungen_landesverband/detail/artikel/goldene-acht-ist-schmetterling-des-jahres-2017-schmetterling-des-jahres-im-saarland-mit-abwaer/