BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


30. September 2015

Die größte Gefahr der Wildkatze: Der Tod an der Straße Gerade im Herbst: viele Totfunde an Straßen im Saarland

Junge Wildkatzen beginnen in diesen Wochen nach neuen, eigenen Revieren zu suchen und werden dabei häufig beim Überqueren von Straßen von Autos erfasst. „Erfahrungsgemäß beginnt jetzt die Jahreszeit, in der vermehrt Wildkatzen überfahren werden“, berichtet Christoph Hassel, Landesvorsitzender des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Für den Bestand der Wildkatzen in Deutschland ist das eine ernste Gefahr, da vor allem jüngere, noch unerfahrene Tiere überfahren werden.“

Im Saarland ist die Europäische Wildkatze insbesondere im Hochwald, dem Warndt und dem Bliesgau verbreitet, kommt aber auch in anderen Teilen des Landes vor. Sie lebt vor allem in naturnahen Wäldern und kann weite Strecken wandern. Ihre Lebensräume sind allerdings durch Straßen, Autobahnen, Siedlungen und Ackerflächen weitgehend zerschnitten und voneinander isoliert. Deshalb setzt sich das BUND-Projekt „Wildkatzensprung“, das im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert wird, dafür ein, diese Wälder in einigen Regionen Deutschlands sinnvoll und langfristig durch gepflanzte Wanderkorridore wieder zu verbinden.

Doch viele Waldverbindungen warten noch auf ihre Umsetzung, und nicht immer ist es möglich, sie fernab von Straßen einzurichten.

Der BUND-Tipp: Achten Sie besonders in waldreichen Gegenden und in der Dämmerungszeit auf die Geschwindigkeitsbegrenzungen und Wildwechsel-Verkehrsschilder. Behalten Sie den Straßenrand rechts und links im Auge. Blenden Sie nicht das Fernlicht auf, wenn ein Tier zu sehen ist, sondern hupen Sie.

Doch wie verhält man sich, wenn man eine tote Wildkatze findet? Zuallererst sollte man auf seine eigene Sicherheit achten. Wer anhält, sollte den Unfallort mit dem Warndreieck kennzeichnen und die Warnweste anziehen. Und man sollte das Tier nicht ohne Handschuhe anfassen. „Wir empfehlen grundsätzlich, die Polizei, die Naturschutzbehörde, das zuständige Forstamt oder den BUND zu verständigen. Diese kümmern sich um die Erfassung und das weitere Vorgehen“, so Christoph Hassel. Ihren BUND-Ansprechpartner im Saarland erreichen Sie unter 0681 813700.


Hintergrundinformation: Das Projekt „Wildkatzensprung“ wird seit 2011 und bis 2017 im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter www.bund.net/wildkatzensprung und www.biologischevielfalt.de/bp_pj_wildkatzensprung.html.  

Pressefotos: www.bund.net/wildkatzenfotos, © siehe Fotobeschreibung

Pressekontakt: BUND Saar, Tel. 0681 813700, info@bund-saar.de.


Quelle: http://www.bund-saar.de/nc/presse/presseerklaerungen_landesverband/detail/artikel/die-groesste-gefahr-der-wildkatze-der-tod-an-der-strasse-gerade-im-herbst-viele-totfunde-an-strass/