BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


4. November 2016

BUND Saar zur Veranstaltung der Linksfraktion in Saarlouis Kein gutes Signal für den Klimaschutz Ausbau der erneuerbaren Energien in allen Sektoren beschleunigen statt gegen die Energiewende zu polemisieren

Einen Tag vor dem Inkrafttreten des Pariser Klimaschutzabkommens war die Veranstaltung der Linksfraktion unter anderem zusammen mit Enoch zu Guttenberg in Saarlouis zum Thema Windkraftnutzung und Naturschutz kein gutes Signal für den Klimaschutz. „Wir brauchen eine radikale und gerechte sozial-ökologische Transformation unseres Wirtschaftssystems statt Polemik gegen den Ausbau der erneuerbaren Energien im Saarland“, so Christoph Hassel, Landesvorsitzender des BUND Saar.

Erforderlich ist ein Ausstieg aus der Kohleverstromung, eine drastische Verringerung der CO2-Emissionen aus der Landwirtschaft und die Abkehr von fossilen Brennstoffen im Verkehrssektor, um den Weg in eine klimagerechte Zukunft zu finden und die in Paris vereinbarten Klimaschutzziele zu erreichen. Der BUND Saar tritt für einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien in allen Sektoren bei gleichzeitiger Beachtung ökologisch-sozialer Leitplanken ein. Natur- und Klimaschutz müssen sich nicht widersprechen. Nicht nur im Saarland gibt es viele gute Beispiele dafür, wie Belange des Naturschutzes beim Ausbau der Windkraftnutzung beachtet werden, beispielsweise bei der Festlegung fledermausfreundlicher Abschaltzeiten oder Beachtung windkraftsensibler Vogelarten. Auch der Rückbau der Windräder nach deren Nutzungsende wird durch Rückbaubürgschaften finanziell abgesichert – eine Regelung im Übrigen, die man sich auch bei der Nutzung der Atomkraft gewünscht hätte.

„Wir müssen hier vor Ort dafür Verantwortung übernehmen, wie wir zukünftig unsere Energieversorgung gestalten und die uns zur Verfügung stehenden erneuerbaren Energien nutzen wollen, statt weiter wie bisher die ökologischen und sozialen Auswirkungen unseres Energiehungers in andere Teile der Erde zu verlagern. Alles andere ist verantwortungslos und auch ungerecht gegenüber den dort betroffenen Menschen“, so Hassel in Richtung der Windkraftgegner.

Und in Richtung des Saar-Linken appelliert der BUND Saar für eine Rückkehr zu einer glaubwürdigen Energiepolitik. „Wer wie Oskar Lafontaine zu Recht ein Ende der Kriege um Rohstoffe und Energie fordert, sollte nicht so gegen die Energiewende und den Ausbau der erneuerbaren Energien polemisieren, die ja unter anderem unsere Abhängigkeit von der fossil-atomaren Energieversorgung beenden möchte. Er spielt damit genau denjenigen in die Hände, die noch möglichst lange an der „alten“ Energieversorgung/bzw. deren Strukturen festhalten wollen. Und das kann nicht wirklich im Interesse der Linken liegen“, so Hassel.

(Christoph Hassel)
Landesvorsitzender BUND Saar


Quelle: http://www.bund-saar.de/nc/presse/presseerklaerungen_landesverband/detail/artikel/bund-saar-zur-veranstaltung-der-linksfraktion-in-saarlouis-kein-gutes-signal-fuer-den-klimaschutz-a/