BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


3. Mai 2013

BUND Saar kritisiert die mit dem geplanten Globus Bau- und Gartenfachmarkt verbundenen Flächenverbrauch

Der BUND Saar lehnt den vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Globus Bau- und Gartenfachmarkt“ und die damit einhergehende großflächigen Versiegelung von ca. 19.000 Quadratmeter auf den letzten noch verbliebenen Freiflächen im dicht besiedelten Saartal grundsätzlich ab.

Die gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen werden wie bei anderen Großvorhaben (siehe Lisdorfer Berg) rein rechnerisch bei der Bilanzierung auf dem Papier den erforderlichen Ausgleich erbringen. Welche Maßnahmen das sein sollen und auf welchen Flächen sie durchgeführt werden sollen, steht noch nicht fest.
 
Dieser Ausgleich wird jedoch aus Mangel an geeigneten Flächen nicht in der Nähe zum Ort des Eingriffes erfolgen können, d.h. die unmittelbar betroffene Bevölkerung in diesem Verdichtungsraum wird nichts davon haben. Besonders schwerwiegend ist jedoch für uns die Tatsache, dass die großflächige Versiegelung von Flächen und der damit verbundene Verlust an Boden mit großer Wahrscheinlichkeit dadurch kompensiert wird, dass auf anderen Naturflächen biotopverbessernde Maßnahmen erfolgen werden, die  dann mit einer bestimmten Punktzahl bewertet und angerechnet werden. Bei dieser Vorgehensweise wird am Ende ein Verlust an Boden stehen, denn es ist nicht zu erwarten, dass die neu versiegelte Fläche durch Entsiegelung und Renaturierung an anderer Stelle ersetzt bzw. ausgeglichen wird.

Die tägliche Flächenversiegelung  beträgt in Deutschland etwa 100 ha. Dabei geht zwangsläufig immer mehr Boden verloren, der für das Klima, den Wasserhaushalt und als Grundlage für die Produktion von Nahrungs- und Futtermittel von großer Bedeutung ist. Besonders ärgerlich ist die Tatsache, dass es im Saarland schon zur Genüge Baumärkte,  Gartenfachmärkte, Tankstellen, Waschstraßen und Reifencenter gibt. Hier werden Flächen verbraucht, damit andere Betriebe im verstärkten Konkurrenzkampf aufgeben müssen.
„Im laufenden Jahr der Nachhaltigkeit  ist bei den politischen Entscheidungsträgern in Saarlouis von einem nachhaltigen Umgang mit der begrenzten Ressource Boden nichts zu erkennen.

Mit dieser Planung wird das Nachhaltigkeitsziel des Saarlandes, den Flächenverbrauch auf 0,5 Hektar dauerhaft zu begrenzen, unterlaufen“, so Michael Grittmann, Stellvertretender Vorsitzender des BUND Saar.


Michael Grittmann
Stellv. Landesvorsitzender


Quelle: http://www.bund-saar.de/nc/presse/presseerklaerungen_landesverband/detail/artikel/bund-saar-kritisiert-die-mit-dem-geplanten-globus-bau-und-gartenfachmarkt-verbundenen-flaechenverb/