BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


20. Oktober 2014

BUND Saar begrüßt das Aus für die Nordumfahrung Merzig Verkehrlich keine Entlastung – großer ökologischer Eingriff Potenziale für eine nachhaltige Regionalentwicklung nutzen

Mit großer Erleichterung hat der BUND Saar auf die Meldung des saarländischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr reagiert, dass die Nordumfahrung Merzig nicht mehr gebaut werden soll. Der BUND hatte in der Vergangenheit dieses Verkehrsprojekt mit seinen verschiedenen Trassenvarianten strikt abgelehnt und hätte auch gegen die Nordumfahrung juristische Schritte eingeleitet.

Die Nordumfahrung Merzig wäre ein immenser Eingriff in die Natur und hätte nur eine geringe verkehrliche Entlastung für Merzig bedeutet, die in keinem Verhältnis gestanden hätte zu den Kosten und auch den ökologischen Schäden, die durch den Bau der Straße angerichtet worden wären. So hätte die neue Straße eine breite Schneise in einen für die Wildkatze wichtigen Lebensraum geschlagen. Der BUND hatte gerade für dieses Gebiet im Rahmen eines deutschlandweiten Projektes zum Wildkatzenschutz eine hohe Dichte dieser streng geschützten Tierart nachgewiesen, für die wir im Saarland eine hohe Verantwortung haben.

„Jeder Euro aus Landesmitteln für dieses Straßenprojekt wäre eine Fehlinvestition und würde an anderer Stelle auch für verkehrliche Maßnahmen fehlen, die einen weit größeren Nutzen hätten. Wir sind daher sehr erleichtert darüber, dass das Verkehrsministerium unsere ökologisch schwerwiegenden Bedenken gegen die Nordumfahrung teilt und das Projekt nun für beendet erklärt hat“, so Christoph Hassel, Landesvorsitzender des BUND Saar.

Für den BUND Saar hängen auch die Entwicklungschancen einer Region nicht primär von der Verkehrsanbindung ab. Manche Politiker haben gerade so getan, als wäre das Nordsaarland völlig abgeschnitten vom Rest der Welt, was ja nicht so ist. Das Aus für die Nordumfahrung Merzig öffnet vielleicht jetzt den Blick, wie man die Region wirklich und nachhaltig entwickeln kann, ohne auf neue Straßen zu setzen. Potenziale hat die Region genügend.


(Christoph Hassel)
Landesvorsitzender


Quelle: http://www.bund-saar.de/nc/presse/presseerklaerungen_landesverband/detail/artikel/bund-saar-begruesst-das-aus-fuer-die-nordumfahrung-merzig-verkehrlich-keine-entlastung-grosser/