Keine Entwarnung - Waldschäden weiter auf hohem Niveau
Ursachenbekämpfung statt Symptombehandlung
BUND Saar fordert weitere Reduzierung der Luftschadstoffe
Die unlängst vorgestellten Ergebnisse der Waldschadenserhebung für das Saarland geben nach Ansicht des BUND keinen Anlass zur Entwarnung. Die Waldschäden befinden sich auf einem hohen Niveau. Dem saarländischen Wald geht es weiter schlecht, trotz leichter Abnahme der deutlichen Schäden bei einigen Baumarten. Sorgen bereitet die Zunahme der deutlichen Schäden bei der Buche, der Hauptbaumart in saarländischen Wäldern. Auch der Klimawandel werde in den nächsten Jahren für zusätzlichen Stress sorgen, wenn die Sommer immer heißer und trockener werden in unseren Breiten, wie dies uns die Klimaforscher voraussagen.
„Wir sehen leider noch keine Entwarnung bei den Waldschäden im Saarland. Wir müssen unseren Schadstoffausstoß aus Verkehr, Industrie und fossilen Kraftwerken weiter reduzieren. Wir dürfen hier nicht nachlassen in unseren Bemühungen. Nur eine wirksame Ursachenbekämpfung statt Symptombehandlung kann dem Wald dauerhaft helfen. Klimaschutz ist daher auch Waldschutz“, so Christoph Hassel, Landesvorsitzender des BUND Saar.
Auch die Situation der Waldböden ist auf vielen Standorten nach wie vor dramatisch. Hohe Stickstoffeinträge vor allem aus dem Verkehr führen zur Versauerung der Böden und schädigen die Baumwurzeln. Die Kalkung der Wälder ist daher als letzte Notmaßnahme unerlässlich geworden, kann aber nach Ansicht des BUND Saar nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Bekämpft werden damit letztlich nur die Symptome, nicht aber die Ursachen der Waldschäden. Sie darf daher keine Maßnahmen zur Luftreinhaltung ersetzen. Alles andere wäre eine Kapitulation vor dem eigentlichen Problem. Vor diesem Hintergrund gibt die Absicht der neuen Landesregierung, im Saarland neue Akzente in der Energie- und Verkehrspolitik setzen zu wollen, Anlass zur Hoffnung.
Auch im waldbaulichen Bereich sieht der BUND Saar noch Handlungsmöglichkeiten. Untersuchungen zum Nährstoffhaushalt in saarländischen Waldböden haben in der Vergangenheit gezeigt, dass durch eine standortangepasste Bewirtschaftung teilweise mit Nutzungseinschränkungen auf kritischen und stark belasteten Standorten eine Stabilisierung der Waldböden hinsichtlich des Nährstoffaustrages und der Bodenversauerung erreicht werden kann. Leider wurden diese wichtigen Untersuchungen eingestellt und müssten wieder aufgenommen werden, so der BUND Saarland.